Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland. Verbreitung, Determinanten und Auswirkungen, herausgegeben von Prof. Dr. Dr. habil. Michael Schenk, Cornelia Jers und Hanna Gölz

Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland
Herausgegeben von Prof. Dr. Dr. habil. Michael Schenk, Cornelia Jers und Hanna Gölz
Verbreitung, Determinanten und Auswirkungen
2013, 289 Seiten, Broschiert,
ISBN 978-3-8487-0109-4

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Der Rezensionist vergibt für das Buch Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland 6 von 6 Sternchen. Die Autoren und Autorinnen beschreiben eindrucksvoll den Nutzen aber auch die Gefahren des Web 2.0.

Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland

Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland

Wer nutzt wie das Web 2.0 mit welchen Folgen für Individuum und Gesellschaft?

Warum konsumieren manche Nutzer nur die Inhalte, während andere kommentieren, bewerten oder sogar Inhalte produzieren? Diese Fragen beleuchtet der vorliegende Band anhand verschiedener theoretischer Ansätze und einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden. Mit der Betrachtung sechs verschiedener Anwendungen, von Wikis, über Blogs bis zu Sozialen Netzwerkplattformen, wird das Phänomen Web 2.0 dabei in seiner Breite aus der Perspektive des Nutzers erfasst. Es werden individuelle Einflussfaktoren aus Persönlichkeitspsychologie, Werteforschung, Meinungsführer- und Gratifikationsforschung berücksichtigt. Zudem wird anhand von Netzwerkanalysen die Nutzung im sozialen Kontext untersucht. Darüber hinaus werden mögliche Konsequenzen der Web-2.0-Nutzung, wie ein Verlust an Privatsphäre, eine Steigerung des sozialen Kapitals oder eine zunehmende digitale Spaltung der Gesellschaft, betrachtet.

Zitat: Das Web 2.0 mit seinen verschiedenen Anwendungen setzt sich zunehmend bei den Nutzern durch. Jüngere Internetnutzer differenzieren häufig schon nicht mehr zwischen dem Internet und dem Web 2.0 – das Web 2.0 wird Alltag. Dabei ist das Web 2.0 in der Forschung bis heute, 2012, noch nicht so umfassend angekommen wie in der Bevölkerung. Artikel weiterlesen

wikipedia: Web 2.0 ist ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets, speziell des World Wide Webs, verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als Prosument selbst Inhalt zur Verfügung. Der Begriff postuliert in Anlehnung an die Versionsnummern von Softwareprodukten eine neue Generation des Webs und grenzt diese von früheren Nutzungsarten ab. Die Verwendung des Begriffs nimmt jedoch zugunsten des Begriffs Social Media ab.

Der Begriff Web 2.0 bezieht sich neben spezifischen Technologien oder Innovationen wie Cloud-Computing primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets. Die Benutzer erstellen, bearbeiten und verteilen Inhalte in quantitativ und qualitativ entscheidendem Maße selbst, unterstützt von interaktiven Anwendungen. Um die neue Rolle des Nutzers zu definieren, hat sich mittlerweile der Begriff Prosument (engl. Prosumer) durchgesetzt. Die Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen erstellt und über das Internet verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Nutzern, die sich mit Hilfe sozialer Software zusätzlich untereinander vernetzen. Im Marketing wird versucht, vom Push-Prinzip (Stoßen: aktive Verteilung) zum Pull-Prinzip (Ziehen: aktive Sammlung) zu gelangen und Nutzer zu motivieren, Webseiten von sich aus mit zu gestalten.

Anwendungen

Aus praktischer Sicht werden einige Internet-Anwendungen direkt zum Begriff Web 2.0 zugeordnet:

Wiki: eine Ansammlung von Webseiten, die von Benutzern frei erstellt und überarbeitet werden können
Blog: Wird oftmals als Tagebuch im Internet bezeichnet. Ein festgelegter Autorenkreis verfasst Einträge, die in chronologisch umgekehrter Reihenfolge aufgelistet werden. Der Leser kann Kommentare zu den Einträgen verfassen.
Podcast: bezeichnet das Veröffentlichen von Audio- und Videodateien im Internet
Soziale Netzwerke: stellen soziale Beziehungen im Internet dar. Sie ermöglichen es dem Nutzer, ein Profil zu erstellen und Kontakte zu verwalten. Meist können sich die Mitglieder in Gruppen oder Communitys untereinander austauschen.
virtuelle Welt: dreidimensionale Plattform im Internet
Social Bookmarks: Sie bieten dem Nutzer die Möglichkeit zur Speicherung und Kategorisierung von persönlichen Links.
Social News: Nachrichteneinreichung, -bewertung und -kommentierung durch Nutzer
Media Sharing-Plattformen: Interessierten Benutzern bieten die Plattformen die Möglichkeit, ein Profil anzulegen, Mediendaten wie Fotos und Videos zu speichern und Inhalte anderer Nutzer zu konsumieren sowie zu bewerten

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Bedeutung der Web-2.0-Anwendungen lässt sich anhand ihrer Mitgliederzahlen, ihrer Popularität und der Häufigkeit der Nutzung belegen. Facebook ist das größte soziale Netzwerk mit 500 Millionen registrierten Nutzern im Februar 2010; unter den zehn meistbesuchten Websites im gleichen Zeitraum befanden sich laut Alexa mit Facebook, YouTube, Wikipedia und Blogger.com vier Anwendungen des Web 2.0. Die Anwendungen werden besonders häufig von jungen Besuchern (14 bis 29 Jahre) genutzt. Der ökonomische Erfolg der Anwendungen hat sich trotz hoher Erwartungen noch nicht eingestellt. Die Umsätze hinken den theoretischen Marktbewertungen hinterher, die sich auf der Basis der jeweiligen Finanzierungsrunden der meist noch nicht am Aktienmarkt notierten Firmen berechnen lassen. Die Unternehmenslenker sind teilweise noch auf der Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell.

Literatur

Tom Alby: Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien; Hanser Verlag, 2007, ISBN 978-3-446-40931-6.
Paul Alpar, Steffen Blaschke (Hrsg.): Web 2.0: Eine empirische Bestandsaufnahme; Vieweg+Teubner, 2008, ISBN 978-3-8348-0450-1.
Tim Berners-Lee und Mark Fischetti: Weaving the Web: The Past, Present and Future of the World Wide Web by its inventor; 1999.
Blumauer, Andreas; Pellegrini, Tassilo (Hrsg.): Social Semantic Web. Web 2.0 – Was nun?; Springer-Verlag; Berlin, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-72215-1.
Mark Briggs: Journalism 2.0: How to Survive and Thrive, PDF (2.0MB, 132 S.), J-Lab: The Institute for Interactive Journalism, University of Maryland Philip Merrill College of Journalism, 2007
Graham Cormode, Balachander Krishnamurthy: Key Differences between Web 1.0 and Web 2.0, First Monday, Bd. 13, Nr. 6
Vitaly Friedman: Praxisbuch Web 2.0: Moderne Webseiten programmieren und gestalten; Galileo Press, 2007, ISBN 978-3-8362-1087-4.
Gernot Gehrke, Lars Gräßer: Web 2.0 – Schlagwort oder Megatrend? Fakten, Analysen, Prognosen; kopaed verlagsgmbh, 2007, ISBN 978-3-86736-206-1
Andrew Keen: Die Stunde der Stümper. Wie wir im Internet unsere Kultur zerstören; München : Hanser, 2008, ISBN 978-3-446-41566-9
Peter Kemper, Alf Mentzer, Julika Tillmanns (Hrsg.): Wirklichkeit 2.0 – Medienkultur im digitalen Zeitalter. Reclam, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-020266-1
Manfred Leisenberg und Frank Roebers: Web 2.0. im Unternehmen – Theorie und Praxis; Tredition, 2010, ISBN 978-3-868-50634-1.
Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern; Verlag Heinz Heise, 2006, ISBN 3-936931-36-4, 1. Auflage als freier Download (PDF; 3,0 MB).
Shapiro, Andrew L.: The Control Revolution. How the Internet is Putting Individuals in Charge and Changing the World We Know, Public Affairs, 1999, ISBN 978-1-891620-19-5
Graham Vickery, Sacha Wunsch-Vincent: Participative Web and User-Created Content: Web 2.0, Wikis and Social Networking; OECD, 2007, ISBN 978-92-64-03746-5

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