Jamil Ahmad – Debüt mit 82 Jahren: Der Weg des Falken. Wie Aventiuren lesen sich die Erlebnisse des Tor Baz in dem Episoden-Roman von Jamil Ahmad, der 1931 im indischen Punjab geboren wurde …

„Der Weg des Falken“ führt in archaisches Stammesgebiet, zu den Belutschen in der Grenzregion Pakistan, Afghanistan, Iran. Eine Geschichte aus Poesie und Sand. Sein Autor, Jamil Ahmad, erntet damit erstmals weltweit literarischen Ruhm – mit 82 Jahren!

Der Weg des Falken

Der Weg des Falken

Jamil Ahmad ist ein Wunder

Ein literarischer Debütant von 82 Jahren, lässt man einmal außer Acht, dass Ahmad seine inzwischen international erfolgreiche Geschichte von Tor Baz schon vor vierzig Jahren schrieb: Ein Junge, dessen Eltern die Stammesehre verletzten und flohen, wird Zeuge, wie Vater und Mutter in der Wüste unbarmherzig getötet werden. Der Sohn bleibt verschont, seine Odyssee beginnt, der Weg des wandernden Falken, wie das Buch im Englischen heißt: „The Wandering Falcon„.

Ein Roman in neun poetischen Erzählungen, der nun, auf Deutsch, ähnlich viel Lob erntet wie weltweit; der in viele europäische Sprachen übersetzt und für höchste literarische Preise nominiert wurde, für den Commonwealth Prize etwa.

Wie Aventiuren lesen sich die Erlebnisse des Tor Baz in dem Episoden-Roman von Jamil Ahmad, der 1931 im indischen Punjab geboren wurde, im pakistanischen Lahore studierte, lange Jahre als Staatsbeamter in Pakistan und als Minister in Afghanistan arbeitete und heute mit seiner bayerischen Frau in Islamabad lebt. „Der Weg des Falken“ führt in die Grenzregion von Pakistan, Afghanistan und Iran, ins Stammes-Gebiet der Belutschen. Hier sind es Nomaden, die zwischen dem afghanischen Hochland im Sommer und Pakistans Tälern im Winter pendeln; Störfaktoren für die abgeriegelten Nationalstaaten.

Jamil Ahmad beschreibt eine archaische Welt, die gezeichnet ist von Stammesehre, Männerherrschaft, Opium, Terrorismus und Menschenhandel.

Der Schauspieler Helmut Stange liest die erste der neun Erzählungen: Ein Junge wird geboren, die Geschichte des Falken beginnt.

Sonntag, 16.6. | 11 Uhr | Bayern 2
Quelle: KULTUR-Newsletter – Bayerischer Rundfunk
radioTexte – das offene Buch
Jamil Ahmad – Debüt mit 82 Jahren!

Buchperlen Leseempfehlung

Der Weg des Falken von Jamil Ahmad
Gebundene Ausgabe: 186 Seiten
Hoffmann und Campe Verlag

Auf den Spuren des Jungen Tor Baz – des schwarzen Falken – führt Jamil Ahmad den Leser durch eine archaische Welt. Er erzählt aus der Grenzregion zwischen Pakistan, Afghanistan und Iran, von berückenden Landschaften, von Stammesriten und dem Kampf ums Überleben, aber auch von Weisheit, Mitgefühl und Liebe.

Das Schicksal von Tor Baz steht unter einem schlechten Stern. Seine Eltern haben die Stammesregeln verletzt, waren jahrelang auf der Flucht und werden schließlich doch von ihren Angehörigen aufgespürt und erbarmungslos gerichtet. Den Sohn lässt man allein in der Wüste zurück. Zwar überlebt Tor Baz, doch sein Leben entpuppt sich als einzige Odyssee. Mal steht er unter der Obhut eines Soldaten, dann ist er Begleiter und Lehrling eines wandernden Mullahs, schließlich Ersatzsohn eines Paares, dessen eigener Sohn auf zweifelhafte Weise zu Tode kam. Tor Baz erlebt Stammeszwiste und Mädchenhandel, er begegnet Rebellen und Militärs, aber auch ganz normalen Männern und Frauen, die alles geben würden, um ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren. Die jedoch beginnt sich vor ihren eigenen Augen aufzulösen.

Jamil Ahmad wurde 1933 in Jalandhar, Indien, geboren. Als pakistanischer Staatsbeamter arbeitete er vor allem in der Frontier Province und Belutschistan. 1979 war er als Minister in der pakistanischen Botschaft in Kabul tätig. Sein Debüt »Der Weg des Falken« wurde erst dreißig Jahre nach seiner Entstehung veröffentlicht. Ahmad lebt mit seiner deutschen Frau in Islamabad. »Der Weg des Falken« wurde nominiert für die Shortlist des Man Asian Literary Prize sowie die des Commonwealth Prize.

Pressestimmen

„In einer wunderbaren, nie gehörten Sprache…leichthändig verknüpft er die Erzählung zum grandiosen Paroma einer archaischen Welt.“ (SonntagsZeitung, 24.2.2013)

„Eine kleine Kostbarkeit: eine poetische Exkursion in die archaische Welt der Landbevölkerung von Afghanistan und Pakistan.“ (Martin Oehlen, Kölner Stadtanzeiger, 1.2.2013)

„Aus der Kargheit dieser Lebenswelten steigt eine strenge Poesie auf, der sich der Leser kaum entziehen kann.“ (Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger, 1.3.2013)

„Ein Meisterstück, eine Sammlung faszinierender Geschichten verfasst in einer klaren, poetischen Sprache. Innerhalb weniger Seiten kann er ein ganzes Leben erzählen, ohne Pathos. Ahmad hat einer untergehenden Kultur ein kunstvolles Denkmal gesetzt.“ (Nicole Tauer, Die Rheinpfalz, 23.2.2013)

„Ein fantastisches Buch, inhaltlich wie formal…Er schreibt in einer wunderbaren Sprache, die eine Balance zwischen Realitätsnähe und literarischer Kraft findet.“ (Arno Renggli, Neue Luzerner Zeitung, 21.2.2013)

„Sehr poetisch gibt er uns Einblicke in eine von Stammesdenken geprägte Gesellschaft – befremdlich und faszinierend zugleich.“ (WIENERIN, 03/2013)

Jamil Ahmads meisterhafter Erzählungsreigen – aus der Spannung von zurückhaltendem und zupackendem Erzählen bezieht „Der Weg des Falken“ seine Wirkung …

… und blättert eine Fülle solcher Szenen auf: einige davon skurril, manche brutal – und viele beides zugleich. Jamil Ahmads Geschichten leben aber auch von einer herzerwärmenden Poesie.“ (Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 4.3.2013)

„Der Weg des Falken“ ist eins der Bücher, die den Leser mit den ersten drei Sätzen in der Tasche haben. Souverän stimmt die Darstellung das Sensorium des Lesers auf die Kargheit dieser Welt herab; und mit einer wunderbaren Achtsamkeit gelingt es dem Schriftsteller, auch dem hiesigen Publikum diese unendlich fremde Welt zu erschließen, ohne anbiedernd ihre Härten zu mildern oder ein Jota von ihrer Besonderheit preiszugeben. Jamil Ahmad hat sich mit „Der Weg des Falken“ in die literarische Topografie Südasiens eingeschrieben.“ (Angela Schader, NZZ, 11.3.2013)

„Sprachlich nüchtern, klar und sehr intensiv, hallt dieses Buch lange nach.“ (www.morgenpost.de, 4.4. 2013)

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