Das »Kapital« lesen – aber wie?: Materialien von Wolfgang Fritz Haug. Materialien zur Philosophie und Epistemologie der marxschen Kapitalismuskritik …

Das »Kapital« lesen – aber wie?: Materialien von Wolfgang Fritz Haug
Broschiert: 318 Seiten
Argument Verlag
Zum Buch Das »Kapital« lesen – aber wie?: Materialien von Wolfgang Fritz Haug mit weiteren Infos und Bestellmöglichkeiten

Das »Kapital« lesen - aber wie?

Das »Kapital« lesen – aber wie?

Der Rezensionist vergibt 5 von 6 Sternchen für das Buch Das »Kapital« lesen – aber wie?: Materialien von Wolfgang Fritz Haug

W.F. Haug, dessen Vorlesungen zur Einführung ins „Kapital“ legendär sind, holt hier nach, was er in den Vorlesungen ausgespart hat, die Auseinandersetzung mit anderen Leseweisen. Der Satz des Erasmus, Professoren, die sich einig sind, gebe es „nicht, außer bei einer Verschwörung“, gilt auch für die Kapital-Lektüre. Die vorliegende Sammlung kritischer Eingriffe zeigt den Autor im theoretischen Ringen mit anderen Lesarten. Sie wendet sich an alle, die sich des metaphilosophischen Bodens ihrer Kapital-Lektüre versichern wollen, speziell an Teamer von Kapital-Lesegruppen.

Schwerpunkte der Kritik bilden u.a.: die Althusser-Schule, die den Anfang des „Kapital“ zu überspringen empfiehlt; die „monetäre Werttheorie„, die aus der warentheoretischen Geldtheorie von Marx eine geldtheoretische Warentheorie macht und den marxschen Begriff der Geldware streichen möchte; die „logische“ „Kapital“-Lektüre und die unter der Flagge „Neue Kapital-Lektüre“ Neuheit und Einheit vortäuschende Sammlung von Tendenzen; die von den USA ausstrahlende „Kapital“-Interpretation David Harveys, ein Parallelunternehmen zu Haugs eigener jahrzehntelanger Kapital-Vermittlung, das aber unter den Tücken der englischen „Kapital“-Übersetzung leidet.

Inhalt:

Teil I Fragen 1. KAPITAL-Lektüre in den 1970er Jahren und heute
2. Eine Produktionsweise im „idealen Durchschnitt“ oder Die als Lösung verkleidetet Aufgabe Teil II Kritiken
3. KAPITAL-Lektüre im Lichte der kommunistischen Erfahrung
4. Wie in die KAPITAL-Lektüre hineinfinden? Das Erbe der Althusser-Schule als epistemologisches Hindernis
5. Wachsende Zweifel an der monetären Werttheorie
6. Heinrichs Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie
7. Die „Neue KAPITAL-Lektüre“ der monetären Werttheorie
8. David Harveys „Begleiter zu Marx‘ KAPITAL“ Teil III Rekonstruktionen
9. Praxis und Personifikation im KAPITAL
10. Eine Wissenschaftsideologie im Widerstreit mit der Wissenschaftspraxis
11. Logische oder dialektische Methode
12. Sein und Zeit der Dialektik

„Jede Epoche des Marxismus hat ihre theoretischen Debatten hervorgebracht

… Einsatz, Niveau und Ton tragen den Stempel der jeweiligen geschichtlichen Konjunktur. So auch die hier zu führende theoretische Kontroverse. Gewissermaßen als pensionierter Moderator bundesdeutscher Kapital-Lektüre, dessen Kurse an der Freien Universität Berlin im Laufe dreier Jahrzehnte von mehreren tausend Studierenden besucht worden sind, der auch mit Künstlern und mit Gewerkschaftern das Kapital gelesen und seine Interpretation in zwei Bänden niedergelegt hat, bin ich in die gegenwärtige Kontroverse ungeplant hineingeschlittert. Wenn es im Folgenden unter immer wieder neuen Aspekten um die ‚richtige‘ Kapital-Lektüre geht, so nicht im Sinne der ‚marxologischen Inversion‘, die sich in den Mönchszellen des großen Rückzugs aus der geschichtlichen Welt eingerichtet hat.

Marxologie, als Hilfswissenschaft unentbehrlich, zieht das Interesse von der Welt ab auf den Text, sobald sie sich an die Stelle marxistischer Theorie setzt. Richtiger ist es, das Buch von Marx daran zu messen, wie es unser Interesse auf die Welt lenkt. Obwohl genaue Lektüre angesagt ist, kann sie nicht textimmanent bleiben. Sondern die Probe darauf, wie wir uns die marxsche Darstellung erklären können, führt zur begleitenden Begrifflichkeit einer ‚Metatheorie‘, die den Text dadurch aktualisiert, dass sie ihn nach heutigen Kriterien zu begründen sucht.

Der Aufbau des Buches zeigt die Spuren seiner Entstehungsgeschichte. Der erste Teil – abgesehen von einem eingeblendeten Textstück aus den 1970er Jahren – ist zuletzt geschrieben und verfolgt den Zweck, gleich zu Beginn deutlich zu machen, was in der Kontroverse theoretisch und praktisch auf dem Spiel steht. Der zweite Teil sammelt einzelne Kritiken. (…) Der dritte Teil arbeitet die in der Kritik aufgetauchten Probleme systematisch durch.“

Zurück zur aktuellen Top-50-Buchperlen – Auswahl

wiki: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, eines der Hauptwerke von Karl Marx, ist eine Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Nach Jahrzehnten ökonomischer Studien und diversen Vorarbeiten (v. a. die Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, Zur Kritik der politischen Ökonomie und die Theorien über den Mehrwert) erschien 1867 der erste Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Friedrich Engels stellte nach Marx’ Tod 1883 aus dessen Manuskripten zwei weitere Bände zusammen und veröffentlichte diese als Band II: Der Zirkulationsprozess des Kapitals 1885 und Band III: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion 1894.

Entstehungs- und Redaktionsgeschichte

Die drei Bände des Kapital, wie sie heute in den MEW-Bänden 23 bis 25 und in den meisten Übersetzungen vorliegen, wurden in unterschiedlichem Maße von Marx selbst und vor allem von Engels redigiert und bearbeitet. Sie erschienen zu Lebzeiten von Marx und Engels in teilweise überarbeiteten Auflagen. Marx’ persönliche Ausgabe des ersten Bandes wurde in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen.

Band 1

Der erste Band des Kapital erschien 1867 auf der Grundlage der Ökonomischen Manuskripte (1863-65). Zwischen Dezember 1871 und Januar 1872 verfasste er Ergänzungen und Veränderungen zum ersten Band des Kapital, welche Überarbeitungen und Kommentare zum ersten Kapitel der Erstauflage enthielten – vor allem grundsätzliche Überlegungen zur Werttheorie. Im Jahr 1872/73 erschien der erste Band in zweiter Auflage. Zu erheblichen Veränderungen kam es vor allem im ersten Kapitel über die Ware.

Marx arbeitete fünf Jahre lang an einer französischen Ausgabe des ersten Bandes; diese Übersetzertätigkeit regte ihn an, den Stoff in Teilen zu überarbeiten und neu zu überdenken. Vor allem den Abschnitt über die „Akkumulation“ ergänzte er. Die französische Ausgabe erschien 1872-75 – zunächst in einzelnen Lieferungen, 1875 dann als Buch.

Nach Marx’ Tod (1883) brachte Engels den ersten Band auf der Grundlage der zweiten Auflage mit einem Teil der Veränderungen der französischen Ausgabe in dritter Auflage heraus. In die vierte Auflage (1890) flossen weitere Teile der französischen Ausgabe ein.

Band 2 und 3

Im Jahre 1885 veröffentlichte Engels den zweiten Band des Kapital, in dem er verschiedene Manuskripte Marx’ zusammengestellt hatte, die dieser in den 1860er- und 1870er-Jahren geschrieben hatte[11]. 1894 folgte der dritte Band, der als Grundlage nur ein Manuskript von Marx aus den Jahren 1864/65 beinhaltete und mit zahlreichen Umformulierungen und Umstellungen von Engels versehen war.

Bewertung der Überarbeitungen

Während im traditionellen Marxismus von der „Vervollkommnungsthese“ ausgegangen wurde, wonach die späteren Versionen als stetige Verbesserungen der früheren anzusehen seien, geht die „Neue Marx-Lektüre“ von einer „Popularisierungsthese“ aus, wonach die späteren Auflagen in der Regel Popularisierungen und damit auch Vereinfachungen zu früheren Auflagen darstellen.

Ausgaben

Erstausgaben

1867: Buch I, Verlag Otto Meissner, Hamburg. Weitere Auflagen: 1872, 1883 (hg. von F. Engels), 1890 (hg. von F. Engels)
1885: Buch II, hg. von F. Engels, Verlag Otto Meissner, Hamburg (weitere Auflage: 1893)
1894: Buch III, hg. von F. Engels, Verlag Otto Meissner, Hamburg

In Werk- bzw. Gesamtausgaben

in Marx-Engels-Werke (MEW), Band 23–25, Berlin/DDR: Dietz Verlag, 1962/1963/1983. Buch I nach der 4. Auflage 1890, Buch II nach der 2. Auflage 1893, Buch III nach der 1. Auflage 1894; auch als seitengleiche Separatausgabe, Buch I-III.
Aufgrund der weltweiten Finanzkrise 2008 stieg die Nachfrage nach dem ersten Band des Kapitals (MEW23) derart an, dass der Dietz-Verlag zunächst eine Verdreifachung der Verkäufe meldete und dann konstatieren musste, dass das Buch nunmehr vergriffen sei.
in Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), Zweite Abteilung. „Das Kapital“ und Vorarbeiten 15 Bände in 23 Teilbänden, Dietz Verlag, Berlin/DDR, 1976-1991, ab 2003 Akademie Verlag, Berlin. Die Abteilung wurde 2012 mit dem Band 4.3. abgeschlossen.

Zurück zur aktuellen Top-50-Buchperlen – Auswahl

Advertisements