Édith Piaf – Hymne an das Leben. Von Jens Rosteck. Zum 50. Todestag der grossen Piaf

Jens Rosteck
Édith Piaf

Hymne an das Leben

464 Seiten
Erschienen: 08.03.13
mit 13 s/w-Abbildungen.
gebunden mit Schutzumschlag
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Der Rezensionist vergibt 6 von 6 Sternchen für das Buch Édith Piaf – Hymne an das Leben von Jens Rosteck

Édith Piaf

Édith Piaf

Mit ihren Chansons bezauberte sie Millionen, ihre Bühnenpräsenz war legendär

Ihr dramatischer Lebensweg vom halb verhungerten Gossenkind zum international gefeierten Star bot Stoff für unzählige Filme und Romane. Ihre Chansons kennt jeder, als „Spatz von Paris“ wurde sie zum Mythos. Anlässlich ihres 50. Todestags im Oktober 2013 legt Jens Rosteck die erste große deutschsprachige Biographie dieser Ausnahmesängerin vor. Er zeigt sie als ebenso zerbrechliche wie kompromisslose Künstlerin, die sich buchstäblich für ihre Leidenschaft verzehrte. Rosteck kennt das Leben und die Musik der Piaf wie kaum ein anderer. Eindringlich schildert er ihre Kindheit als Tochter eines Zirkuskünstlers, ihre ersten Auftritte als Straßensängerin, ihren atemberaubenden Aufstieg, aber auch ihre Drogenexzesse, Krankheiten, unglücklichen Männergeschichten und Eitelkeiten. Treffliche Porträts ihrer größten Hits – von „La vie en rose“ bis zum unvergesslichen „Non, je ne regrette rien“ – ergänzen das Lebensbild. Eine der schillerndsten Künstlerexistenzen des 20. Jahrhunderts wird so auf unterhaltsame Weise lebendig.

Jens Rosteck, geboren 1962, promovierter Musik- und Literaturwissenschaftler, lebt seit 1990 als Publizist, Musikforscher und Buchautor in Frankreich. Zu seinen Buchpublikationen gehören Doppelbiographien über Lotte Lenya und Kurt Weill und über Jane und Paul Bowles sowie Monographien zu Bob Dylan und Oscar Wilde.

Homepage: www.jensrosteck.de

Pressestimmen

„Dieses schnelle Leben wurde wohl noch nie so minutiös erzählt wie in diesem Buch.“ NDR / Kulturjournal, Eva-Maria Lemke, 11.03.2013

„Ein gelungenes Portrait der faszinierenden Sängerin.“ Biografie-Journal, Hansjörg Nelke, 15.03.2013

„Annäherung an die rätselhafte Frau mit detailgenauer, aber trotzdem kritisch-amüsierter kulturhistorischer und musikwissenschaftlicher Neugierde.“ Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten, Michael Loesl, 23.03.2013

„Die erste ernstzunehmende deutsche Biografie über den ‚Spatz von Paris‘.“ Die Literarische Welt, Jörg von Uthmann, 30.03.2013

„Rosteck beschreibt nicht nur das Leben der Piaf, sondern auch das ihrer Lieder.“ Kurier (A), 08.03.2013

„Die aktuell beste deutschsprachige Biografie.“ Buchkultur, Alexander Kluy, 01.06.2013

„Jens Rosteck folgt Édith Piaf auf ihrem Weg [und] versucht, Mythos und Wahrheit auseinanderzudröseln.“ Die Presse, 13.04.2013

„Im Jahr ihres 50. Todestages räumt Jens Rosteck mit einigen Klischees über Edith Piaf auf.“ Bayern 2, 13.05.2013

„Jens Rosteck beschreibt ihren Aufstieg zur Ikone spannend und minutiös.“ Buchjournal, Eckart Baier, 18.06.2013

„Unglaublich faszinierender Lesestoff für den Urlaub.“ Meins – Frauen wie wir!, 06.06.2013

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wikipedia: Édith Piaf, bürgerlich Édith Giovanna Gassion, (* 19. Dezember 1915 in Paris; † 10. Oktober 1963 in Plascassier, laut Sterbeurkunde 11. Oktober 1963 in Paris) war eine weltbekannte französische Chansonsängerin.

Leben

Édith Piaf wurde bereits einige Wochen nach ihrer Geburt im östlichen Pariser Stadtteil Belleville von ihrer Mutter Anita Maillard, einer Kaffeehaus-Sängerin von halb italienischer, halb berberischer Abstammung,[24] verlassen und wuchs bei ihrer Großmutter mütterlicherseits auf, wo sie beinahe verhungerte. Damit seine Tochter wieder zu Kräften kommen konnte, brachte sie ihr Vater Louis Gassion, Akrobat (Kontorsionist, d. h. Schlangenmensch) in einem Wanderzirkus, 1917 bei seiner Mutter unter. 1919 erkrankte Edith an einer Entzündung der Augenhornhaut und erblindete. Zwei Jahre später machte ihre Großmutter mit ihr eine Wallfahrt zur Heiligen Therese nach Lisieux. Édith schrieb ihre Heilung dieser Wallfahrt zu. Deshalb verehrte sie die Heilige Therese ihr Leben lang und besuchte deren Grab als Erwachsene inkognito alljährlich. Sie war erst sieben, als ihr Vater sie das erste Mal mit auf Tournee nahm. Mit zehn Jahren begann sie auf der Straße zu singen. Édith Piaf wurde stark geprägt von der Gewalttätigkeit des Milieus, in dem sie aufwuchs, und vom Alkoholismus ihres Vaters.

Als 15-Jährige verließ sie ihren Vater und zog alleine als Straßensängerin nach Paris. Kurz darauf wurde sie von dem Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holte und der jungen Frau, die lediglich 1,47 Meter groß war, den Namen gab, unter dem sie bekannt wurde: „la môme piaf“ (der kleine Spatz).

Am 11. Februar 1933 brachte sie ihr einziges Kind, ihre Tochter Marcelle, zur Welt. Sie wuchs bei ihrem Vater und Édiths Geliebten Louis Dupont auf, da Édith Piaf es vorzog, mit Simone Berteaut, einer langjährigen Vertrauten und Freundin, auf Musikveranstaltungen aufzutreten. Die kleine Marcelle starb im Alter von zwei Jahren an einer Hirnhautentzündung.

1935 nahm Édith Piaf ihre erste Platte auf. Als wenig später ihr Mentor Leplée ermordet wurde, bezichtigte man sie der Mitwisserschaft an der Tat. Obwohl sie freigesprochen wurde, flüchtete sie daraufhin in die Provinz und kehrte erst 1937 wieder nach Paris zurück.

Unter der Förderung von Raymond Asso gelang ihr in den folgenden Jahren der große Durchbruch. Neben Bühnenauftritten in ganz Europa nahm sie unzählige Schallplatten auf.

Während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzungszeit blieb sie in Paris und gab Konzerte für Kriegsgefangene. Dabei schmuggelte sie gefälschte Arbeitserlaubnisse in Gefangenenlager, um einigen Soldaten die Flucht zu ermöglichen. In dieser Zeit unterhielt sie ein leidenschaftliches Verhältnis zu dem sechs Jahre jüngeren Chansonnier Yves Montand, dessen Karriere sie förderte. Ihre Liebe zum sechs Jahre jüngeren griechischen Schauspieler Dimitris Horn blieb unerwidert. In einem Brief vom 20. September 1946 an ihn schrieb sie: Ich liebe dich, wie ich noch nie geliebt habe, Taki, lass mein Herz nicht sterben! […] Ich würde gerne ganz nah bei Dir leben, es scheint mir, dass ich Dich glücklich machen könnte.

Édith Piaf hatte zeit ihres Lebens schwere gesundheitliche Probleme. Der durch den Unfalltod ihrer großen Liebe, des Boxers Marcel Cerdan, im Oktober 1949 erlittene Schock löste nach Angabe ihrer Sekretärin die chronische rheumatoide Arthritis aus, unter welcher sie fortan litt. Die damit verbundenen Schmerzen bekämpfte die Sängerin mit starken und überdosierten Medikamenten, von denen sie abhängig wurde. Das führte dazu, dass ihr fortan das Stigma der Drogensucht anhaftete. Hinzu kamen Alkoholexzesse. Sie musste sich zahllosen Entziehungskuren und sieben Operationen unterziehen.

Schlagzeilen machte in Frankreich auch Édith Piafs anschließende Affäre mit dem populären Radrennfahrer Louis Gérardin. „Toto“ Gerardin verließ für Édith Piaf seine Frau, die das Paar von einem Privatdetektiv beschatten ließ. Nach Beendigung der Affäre, die zwei Jahre dauerte, beklagte sich Gérardin öffentlich: „Zwei Tage und zwei Nächte mit der Piaf sind anstrengender als eine Etappe der Tour de France.“ 54 Liebesbriefe, die Piaf 1951 und 1952 an Gérardin schrieb, wurden im Mai 2009 für 67.000 Euro bei Christie’s an einen unbekannten Bieter versteigert.

1952 heiratete Piaf den französischen Sänger Jacques Pills (bürgerlicher Name: René Ducos), von dem sie sich 1956 wieder scheiden ließ. Während eines Konzertes in Stockholm, Ende der 1950er Jahre, brach sie auf der Bühne zusammen – es wurde eine unheilbare Krebserkrankung diagnostiziert. Piaf ließ sich jedoch nicht davon beeindrucken und trat weiter auf. Auf ihren Tourneen wurde sie fortan von einer Krankenschwester begleitet, die ihr im Bedarfsfall Morphium gegen die Schmerzen verabreichte. In diese Zeit fiel ihre kurze Liebesaffäre mit dem wesentlich jüngeren Chansonsänger Georges Moustaki. Er war es auch, der 1959 für Piaf das bekannte Chanson Milord (veröffentlicht 1960) zur Komposition von Marguerite Monnot textete, das später ihr größter Hit wurde.

Im Oktober 1962, wenige Jahre nach ihrer Affäre mit Moustaki, heiratete sie den zwanzig Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und verursachte damit den letzten großen Skandal ihres ausschweifenden Lebens. Anfang August 1963 brachten Sarapo und der Impresario Louis Barrier die bereits schwer kranke Piaf in ein abgelegenes Haus in Plascassier, in der Nähe von Grasse. Dort verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand weiter. An Piafs Seite waren ihre letzte Sekretärin, Danielle Bonel, und eine Krankenschwester; Sarapo befand sich auf Tournee. Bonel ließ Sarapo vom nahenden Tod seiner Frau verständigen; er traf sie jedoch nicht mehr lebend an. Piaf starb am 10. Oktober 1963.

Bonel erwähnte in einer Fernsehdokumentation, Piaf sei gegen 12:45 Uhr gestorben; an den genauen Zeitpunkt könne sie sich nicht mehr erinnern. Der mittlerweile eingetroffene Sarapo beschloss zusammen mit Bonel und Barrier, über Piafs Ableben zunächst Stillschweigen zu bewahren und den Leichnam unbemerkt nach Paris zu überführen. Bonel besorgte einen Krankenwagen, in dem man gegen 20 Uhr die Abreise nach Paris antrat. Über den illegalen Transport erzählte Bonel:

Die Krankenschwester und Theo waren im Krankenwagen. Wären wir angehalten worden, hätten wir gesagt, sie sei gerade gestorben – unterwegs. Sie musste einfach in Paris sterben. Für sie gab es keine andere Möglichkeit. Sie hätte es mit Sicherheit so gewollt.

Noch in derselben Nacht wurde Piafs Arzt geweckt. Er erklärte sich bereit, einen falschen Totenschein auszustellen. Offiziell für tot erklärt wurde Piaf am 11. Oktober 1963 um 8 Uhr morgens. Als Sterbeort gab der Arzt Paris an.

40.000 Menschen nahmen an ihrem Begräbnis auf dem Cimetière du Père Lachaise teil. Noch heute wird ihr Grab, in dem auch ihr 1970 bei einem Autounfall ums Leben gekommener Ehemann Théo Sarapo und ihre Tochter liegen, ständig mit frischen Blumen geschmückt. Das kleine Édith-Piaf-Museum in Paris (Rue Crespin du Gast) stellt persönliche Souvenirs, ein Kleid und die Porzellansammlung der Künstlerin aus.

Neben ihrer eigenen Karriere förderte sie aktiv den damaligen musikalischen Nachwuchs Frankreichs. Sie hatte unter anderem großen Einfluss auf die Karrieren von Charles Aznavour, Gilbert Bécaud, Eddie Constantine, Yves Montand, Georges Moustaki, Jacques Pills und Francis Lai.

Literatur

Marc Bonel: Édith Piaf. Le temps d’une vie. Edition de Fallois, Paris 1993, ISBN 2-87706-189-2 (französisch)
Philippe Crocq, Jean Mareska: La vie pas toujours rose d’Édith Piaf. Editions du Rocher, Paris/Monaco 2007, ISBN 2-268-06108-6 (französisch)
Matthias Henke: Edith Piaf. „Süchtig nach Sehnsucht!“ List, München 2002, ISBN 3-612-26516-4
Monique Lange: Edith Piaf. Die Geschichte der Piaf, ihr Leben in Texten und Bildern. Insel, Frankfurt 2007, ISBN 3-458-32216-7
André Larue: Edith Piaf. L’amour toujours. Lafon, Paris 1993, ISBN 2-908652-97-8 (französisch)
Jens Rosteck: Édith Piaf. Hymne an das Leben. Propyläen, Berlin 2013, ISBN 978-3-549-07419-0 Besprechung im Deutschlandradio Kultur

Dokumentationen

«Édith Piaf – Ohne Liebe ist man nichts» von Marianne Lamour, in ARTE, Frankreich 2003. (52 Minuten)
Die letzten Tage einer Legende – Édith Piaf Frankreich, (50 Minuten)

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Eine kompetente, umfassende Biographie des großen Komponisten Hans Werner Henze, einer der wichtigsten und international angesehensten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart, ist längst überfällig. Der Kulturhistoriker und erfahrene Biograph Jens Rosteck legt sie nun nach jahrelanger intensiver Beschäftigung mit Henzes Leben und Werk vor.

Henze war eine Ausnahmeerscheinung der deutschen Nachkriegskultur. Seine Opern lösten Eklats aus. Als radikaler Nonkonformist kehrte er der Enge der Adenauer-Jahre den Rücken, um sich in Italien niederzulassen. Als erklärter Pazifist und Antifaschist ergriff er 1968 die Partei der aufbegehrenden Studenten, solidarisierte sich mit kubanischen Revolutionären und beherbergte den vom Attentat genesenden Rudi Dutschke. Er stand in engem Austausch mit führenden Musikern und Schriftstellern seiner Zeit – die Freundschaft mit der Dichterin Ingeborg Bachmann ist legendär. Henze hat nicht nur großartige Werke von Weltrang geschaffen, sondern ein faszinierend vielseitiges Leben geführt.

Furios zeichnet Rosteck den an Höhen und Tiefen reichen Lebensweg Henzes nach: Kindheit in Westfalen, Kriegsdienst im untergehenden Dritten Reich, Gefangenschaft, Kompositionsstudium und erste Werke, Karriere an deutschen Musiktheatern, politisches Engagement und internationale Erfolge. Sachkundig führt er uns in Henzes ungewöhnlich vielfältiges Werk ein und erzählt die Anekdoten, die sich um dessen Entstehung, Aufführung und Resonanz ranken. Dabei stützt er sich auf umfangreiches Quellenmaterial sowie Gespräche mit Weggefährten. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Porträt des Menschen Hans Werner Henze, zugleich ein spannendes Kapitel jüngster Musik- und Zeitgeschichte.

Im Rahmen der Ruhr 2010 standen Hans Werner Henze und seine Werke im Zentrum eines musikalischen Netzwerks, das entstand, um ihn als einen der wichtigsten lebenden Künstler der Region zu ehren. Die Metropole Ruhr verneigt sich vor einem einzigartigen Komponisten, Musiker und Zeitgenossen.

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