Malala, Kinderrechtsaktivistin und jüngste Friedensnobelpreis-Kandidatin, überreicht Petition an Ban Ki-moon

Malala, Kinderrechtsaktivistin und jüngste Friedensnobelpreis-Kandidatin überreicht Petition an Ban Ki-moon.

Malala Yousafzai

Malala Yousafzai

Am 12. Juli 2013 war Malalas 16. Geburtstag

An diesem Tag sprach die Kinderrechtsaktivistin in New York vor der UNO und überreichte Ban Ki-moon persönlich eine Petition, in der sie die Generalversammlung der Vereinten Nationen auffordert, das selbst gesetzte Ziel, bis 2015 jedem Kind den Zugang zur Bildung zu ermöglichen, dringend umzusetzen.

„Ich bin tief bewegt von Malalas Engagement für das Recht aller Kinder auf Bildung“, äußerte sich UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Angelina Jolie, die Malalas Initiative unterstützt, sagte:“ Aus nächster Nähe schossen die Taliban ihr in den Kopf. Es war ein brutaler Versuch, sie zum Schweigen zu bringen, doch nun spricht Malala umso lauter.“

Sie können diese Petition gerne noch unterschreiben. Sie finden sie hier.

Malala Yousafzai gehört laut Time-Magazin den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Schon als Elfjährige ist die junge Pakistanerin den Taliban ein Dorn im Auge, weil sie für die BBC einen vielbeachteten Blog über ihr Leben unter Islamisten unterhält. Als Tochter eines liberalen Lehrers widersetzt sie sich dem Gesetz der Taliban und pocht auf ihrem Recht auf Schulbildung. Am 9. Oktober 2012 eröffnen Taliban-Kämpfer das Feuer auf sie, als sie auf dem Weg zur Schule ist. Wie durch ein Wunder überlebt sie den Anschlag und wird in ein Krankenhaus nach Birmingham geflogen. Mittlerweile hat sie sich von den schweren Verletzungen erholt.

Das Attentat hält die junge Frau jedoch nicht davon ab, weiterhin für die Rechte von Mädchen einzutreten. Als jüngste Kandidatin überhaupt ist sie für den Friedensnobelpreis nominiert.

Die Geschichte der mutigen jungen Frau erscheint weltweit am Jahrestag des Attentats am 9. Oktober 2013.

Der Droemer Verlag hat sich die deutschsprachigen Rechte gesichert und veröffentlicht die Autobiografie „Ich bin Malala“:

Malala Yousafzai
Ich bin Malala
Droemer, Hardcover
ca. 280 Seiten mit 16 Seiten Bildteil
ISBN 978-3-426-27629-7
€ (D) 18,- / € (A) 18,50 / SFr 27,90

Bild und weitere Informationenwww.malala-yousafzai.com

wikipedia: Mit elf Jahren berichtete Malala Yousafzai gegen Ende des Jahres 2008[3] auf einer Website der BBC in Form eines Blog-Tagebuches über Gewalttaten der terroristischen pakistanischen Taliban im Swat-Tal, wo seit der Machtübernahme durch die Terrororganisation im Jahre 2007 Mädchen von der Schulbildung ausgeschlossen waren und das Hören von Musik verboten war. Später trat sie auch in Dokumentationen im Fernsehen auf. 2011 bekam sie den ersten Friedenspreis der pakistanischen Regierung für ihren Einsatz für das Recht der Mädchen auf Bildung.

Am 9. Oktober 2012, auf der Heimfahrt von der Schule mit dem Bus, wurde auf sie ein Attentat von einem Mitglied der Tehrik-i-Taliban Pakistan verübt. Dabei wurde sie durch Kugeln in Kopf und Hals schwer verletzt und musste in einem Militärkrankenhaus in Peschawar operiert werden. Am 12. Oktober 2012 wurde sie aus Behandlungsgründen von Peschawar nach Rawalpindi in der Nähe von Islamabad verlegt. Eine Behandlung im Ausland hatten die zuständigen Ärzte aufgrund möglicher Komplikationen während des Transports zunächst ausgeschlossen. Um die Täter mit Hilfe der Bevölkerung zu ergreifen, setzte die pakistanische Regierung eine Prämie von 10 Millionen Rupien aus. Am 15. Oktober 2012 wurde Malala zur weiteren Behandlung nach Großbritannien ausgeflogen. Im Queen Elizabeth Hospital in Birmingham werden sonst verwundete britische Soldaten behandelt; die Abteilung, in der Malala lag, ist erst kurz zuvor eröffnet worden und auf Schusswaffenverletzungen und Kopfwunden spezialisiert.

Am 19. Oktober 2012 wurde vom Sprecher des behandelnden Krankenhauses bekanntgegeben, dass Malala erstmals das Krankenbett verlassen habe und (wegen des Luftröhrenschnittes noch am Sprechen gehindert) schriftlich einige Worte mit dem Krankenhauspersonal gewechselt habe. Das Projektil, die sie beim Anschlag verletzt habe, sei oberhalb von Malalas linkem Auge eingedrungen und habe Teile des Schläfenbeins sowie des Oberkiefers im Bereich der Unterschläfenfläche und des Oberkieferhockers sowie Teile des Unterkiefers im Bereich der Schrägen Linie zerstört. Das Geschoss sei im Bereich der sogenannten „Masseterrauhigkeit“ ausgetreten und anschließend in der linken Schulter über dem Schulterblatt wieder eingetreten. Das Projektil wurde bereits in Pakistan operativ entfernt. Eine plastische Rekonstruktion des Schädels und des Gesichts sei angedacht, sobald die Infektionsgefahr sich verringert habe.

Nachdem sie längere Zeit zum Teil ohne ihre Familie in England verbringen musste, wird diese 2013 für mindestens drei Jahre nach Großbritannien kommen, da ihr Vater Attaché für Bildung im pakistanischen Konsulat in Birmingham werden soll.

Grund für den Anschlag war einem Bekennerschreiben der Taliban zufolge der Einsatz des Mädchens für die schulische Bildung der weiblichen Bevölkerung. Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown, jetzt der UN-Sonderbeauftragte für globale Bildung, initiierte eine Petition in Malalas Namen „zur Unterstützung dessen, wofür Malala gekämpft hat“.

Verschiedene Initiativen fordern eine Nominierung Malalas für den Friedensnobelpreis. Das renommierte Magazin Time kürte sie nach Barack Obama zur zweitwichtigsten Person des Jahres 2012, bei euronews wurde sie zum „Mensch des Jahres“ gewählt. Auch CNN-Nutzer wählten sie hinter Obama zur „faszinierendsten Persönlichkeit des Jahres“. Am 8. Februar 2013 wurde bekannt, dass Malala offiziell für den Friedensnobelpreis in Oslo nominiert wurde.

Am 20. März 2013 nahm sie ihren Schulbesuch wieder auf und verbrachte den ersten Tag an der Edgbaston High School für Mädchen in Birmingham. Sie gab ihrem Wunsch Ausdruck, dass alle Mädchen auf der Welt die Möglichkeit zum Schulbesuch haben sollten.

Am 12. Juli 2013, ihrem 16. Geburtstag, hielt sie als erste Jugendliche in der Geschichte eine Rede vor den Vereinten Nationen. Die UN erklärten diesen Tag zum „Malala-Tag“.

Malalas Name leitet sich von der paschtunischen Poetin und Volksheldin Malalai von Maiwand her, die die paschtunischen Aufständischen in der Schlacht von Maiwand 1880 gegen die britischen Truppen anführte. Ihr Nachname Yousafzai ist im Swat-Tal verbreitet und weist darauf hin, dass sie dem Stamm der Yousafzai angehört. Der Stamm Yousaf (eine Aussprache-Variation aus dem Paschtu und dem Urdu an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan) hat seinen Namen von Yusuf, der arabischen Form von Josef. Die Endung -zai ist für die einzelnen paschtunischen Sippen sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan charakteristisch.

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