Die Patin. Wie Angela Merkel Deutschland umbaut von Gertrud Höhler. Gefährdet Angela Merkel die Demokratie ?

Bibliografie
Gertrud Höhler
Die Patin
Wie Angela Merkel Deutschland umbaut
Orell Füssli Verlag, Zürich 2012
296 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-280-05480-2
EUR (D) 21.95 / EUR (A) 22.60 /
CHF 29.90

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Buchperlen Buchtipp: Die Patin. Wie Angela Merkel Deutschland umbaut von Gertrud Höhler

Gefährdet Angela Merkel die Demokratie?
Ist Moral nur noch Manövriermasse purer Machtpolitik?

Diese und viele andere brisante Fragen stellt Gertrud Höhler in ihrer schon jetzt viel beachteten Streitschrift.

Die renommierte Wirtschafts- und Politikberaterin wagt als erste Autorin eine historische Einordnung des Merkelschen Regierungsstils – angefangen von Merkels Aufstieg an die CDU-Spitze über die Entmachtung Kohls bis hin zur Kanzlerschaft erst in der Großen und jetzt in der schwarz-gelben Koalition.

Dabei diagnostiziert die Autorin besorgniserregende Tendenzen:

die wiederkehrende Unterwanderung von Rechtsnormen, die Entmachtung des Parlaments, die Demontage demokratischer Spielregeln und einen strategischen Werte-Relativismus.

Dank seiner stilistischen Brillianz und gedanklichen Schärfe ist das Buch ein aufklärerisches Meisterstück für alle politisch Interessierten, denen die angeblich „alternativlose“ Politik in Deutschland nicht geheuer ist. Vor allem in der Euro-Krise entwickelt das „System M“ fast schon geheimbündlerische Strukturen. Statt Erklärung und Rechenschaft abzulegen, übt sich die Kanzlerin in „autoritärem Schweigen“.

Der für Merkel „unwählbare“ Joachim Gauck wird als Bundespräsident zum letzten mächtigen Gegenspieler. Engagiert fordert Höhler ihre Leser auf, endlich die Faust aus der Tasche zu nehmen und sich wieder politisch einzumischen.

Gertrud Höhler ist Literaturwissenschaftlerin, Publizistin und Beraterin für Wirtschaft und Politik. Sie hat zahlreiche Bestseller veröffentlicht und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Die Autorin lebt in Berlin und in der Nähe von Zürich.

wikipedia-info: Höhler wuchs zusammen mit drei Geschwistern in einer evangelischen Pfarrerfamilie auf. Sie studierte von 1960 bis 1966 Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Bonn, Berlin, Zürich und Mannheim. In dieser Zeit gehörte sie dem links-subkulturellen Milieu an. Sie war mit Ulf Miehe liiert (mit dem sie 1962 einen Gedichtband im Selbstverlag veröffentlichte) und mit Jörg Fauser und Bernward Vesper befreundet. 1967 wurde sie zur Dr. phil. promoviert und arbeitete an der Universität Mannheim. Von 1972 bis 1993 war Höhler Professorin für Germanistik und Allgemeine Literatur-Wissenschaft an der Universität Paderborn. Überregionale Bekanntheit erlangte sie durch zahlreiche Publikationen sowie Medienauftritte, in denen sie Stellung zu aktuellen Fragen der Politik und Wirtschaft bezog.

Von 1987 bis 1989 beriet Höhler den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. 1989 engagierte der damalige VW-Chef Carl Hahn Höhler gegen Widerstand aus den eigenen Reihen als Kommunikationsberaterin. Während ihrer Tätigkeiten für die Deutsche Bank und Volkswagen, für die sie jeweils Jahresgehälter von 500.000 DM erhielt, war Höhler für weitere Verbände und Firmen als Beraterin tätig und von ihrer Professoren-Tätigkeit beurlaubt. 1993 legte sie ihre Professur in Paderborn nieder, um als freie Publizistin und Unternehmensberaterin zu arbeiten. Professoren und Studenten hatten ihr Vernachlässigung der Lehrpflicht vorgeworfen; sie selbst sprach von Mobbing.

In der Öffentlichkeit wurde Gertrud Höhler u. a. durch ihre angebliche Beraterfunktion für Politiker wie Helmut Kohl und Dieter Althaus bekannt. Höhler wurde diesbezüglich im Oktober 2012 in der Fernsehsendung Markus Lanz von Benjamin von Stuckrad-Barre gefragt, welche Politiker sie eigentlich beraten habe. Sie konnte daraufhin keinen einzigen Politiker nennen, sprach aber davon, die CSU beraten zu haben, was vom anwesenden Edmund Stoiber umgehend verneint wurde.

Als Buchautorin veröffentlichte sie Titel wie Wölfin unter Wölfen. Warum Männer ohne Frauen Fehler machen (2000), Warum Vertrauen siegt (2003) sowie Jenseits der Gier. Vom Luxus des Teilens (2005). Zudem erregte sie 1992 in einer Werbekampagne des Kreditkartenunternehmens American Express mit einem von Annie Leibovitz angefertigten Foto Aufsehen, das die Literaturwissenschaftlerin in Reitkleidung und in luxuriösem Ambiente zusammen mit ihrem Sohn zeigt. Darüber hinaus war Höhler Teilnehmerin der philosophischen TV-Gesprächsrunde Baden-Badener Disput mit Alfred Grosser und Peter Sloterdijk.

Im April 2007 wurde sie in das neu geschaffene oberste Leitungsgremium Hochschulrat ihrer früheren Universität in Paderborn gewählt. Wenig später geriet sie in die öffentliche Kritik, nachdem die Neue Westfälische recherchiert hatte, dass der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Peter Klose in einem ihr gehörenden Haus in Zwickau ein „Bürgerbüro“ betrieb. Höhler bestritt zunächst, vom NPD-Hintergrund ihres Mieters gewusst zu haben, räumte dies später jedoch ein. Daraufhin forderte der damalige Wissenschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), sie am 22. Juni 2007 zum Rücktritt aus dem Hochschulrat auf, was Höhler ablehnte, da die NPD eine zugelassene Partei sei, die dem sächsischen Landtag angehöre. Am 2. Juli 2007 entzog ihr daraufhin der Hochschulrat das Mandat in der Findungskommission zur Wahl der künftigen Hochschulleitung.

Im August 2012 übte Höhler in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie einem Buch mit dem Titel Die Patin Kritik am Regierungsstil der Bundeskanzlerin Angela Merkel, der sie eine schleichende Zersetzung politischer Werte in Deutschland vorwarf, wobei in ihrer Argumentation Merkels ostdeutsche Herkunft eine wichtige Rolle einnimmt. Höhlers Angriffe auf Merkel wurden in verschiedenen deutschen Medien als unangemessen angesehen.

Angela Merkel wurde am 22. November 2005 zur Bundeskanzlerin gewählt. Die erste Frau und Naturwissenschaftlerin, die das höchste Regierungsamt Deutschlands bekleidet, stützte sich auf eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Bei Amtsantritt war sie mit 51 Jahren die jüngste Amtsinhaberin, ist die erste ehemalige Bürgerin der DDR als gesamtdeutsche Kanzlerin und nach der Wende Quereinsteigerin aus der Wissenschaft in die Politik.

Sie legte ihren Ruf als „Kohls Mädchen“ ab, als sie mit ihrem Förderer, Altkanzler Kohl, wegen dessen Spendenaffäre gebrochen hatte. Zu Beginn ihrer Amtszeit hatte sie sehr hohe Zustimmungsraten, die auch mit der für gut befundenen Lösung außenpolitischer Krisen zusammenhingen. Bei der Bewältigung innenpolitischer Probleme wie der Föderalismus- und der Gesundheitsreform traten Kritiker auch aus ihrer eigenen Partei, der CDU, auf und warfen Merkel Führungsschwäche vor. Als wichtigste Aufgabe der Kanzlerschaft Merkels gilt die Verringerung der Arbeitslosigkeit, als größte Herausforderung die Bewältigung der Folgen der Finanzkrise ab 2007.

In der Bundestagswahl 2009 kam es zu einer schwarz-gelben Mehrheit. Am 28. Oktober 2009 wurde sie als Bundeskanzlerin wiedergewählt. Während sich die Finanzkrise verschärfte und der Euro in Gefahr geriet, machte die Bundesregierung durch ihre teils scharf kritisierte Steuerpolitik von sich reden. Die Wehrpflicht und der Zivildienst wurden ausgesetzt und durch freiwillige Varianten ersetzt. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke wurde nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima rückgängig gemacht.

Schriften

Unruhige Gäste. Das Bibelzitat in Wilhelm Raabes Roman, 1969 (Dissertation)
Gesinnungskonkurrenz der Intellektuellen, Osnabrück 1978
Die Anspruchsgesellschaft, Düsseldorf 1979
Das Glück. Analyse einer Sehnsucht, Düsseldorf 1981
Die Kinder der Freiheit, Stuttgart 1983
Die Bäume des Lebens, Stuttgart 1985
Die Zukunftsgesellschaft, Düsseldorf 1986
Spielregeln des Glücks, Düsseldorf 1988
Offener Horizont. Junge Strategien verändern die Welt, Düsseldorf 1988
Virtuosen des Abschieds / Neue Werte für eine Welt im Wandel, Düsseldorf 1989
Spielregeln für Sieger, Düsseldorf 1991
Wettspiele der Macht, Düsseldorf 1994
Herzschlag der Sieger. Die EQ-Revolution, Düsseldorf 1997
Der veruntreute Sündenfall (mit Michael G. Koch), Stuttgart 1998
EntZweiung oder neues Bündnis?, Stuttgart 1998
Wölfin unter Wölfen. Warum Männer ohne Frauen Fehler machen, München 2000
Die Sinn Macher. Wer siegen will, muss führen, München 2002
Warum Vertrauen siegt, München 2003
Jenseits der Gier. Vom Luxus des Teilens, Berlin 2005
Aufstieg für alle. Was die Gewinner den Verlierern schulden. Econ, Berlin 2007; Ullstein, Berlin 2009, ISBN 978-3-548-37247-1
Das Ende der Schonzeit. Alphafrauen an die Macht. Econ, Berlin 2008, ISBN 978-3-430-20050-9
Götzendämmerung. Die Geldreligion frisst ihre Kinder. Heyne, München 2010, ISBN 978-3-453-17796-3
Die Patin. Wie Angela Merkel Deutschland umbaut. Orell Füssli, Zürich 2012, ISBN 978-3-280-05480-2

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