randomhouse.de: Sachbuchempfehlungen im August 2013. MARIETTA SLOMKA: Kanzler, Krise, Kapital. JÜRGEN BORCHERT: Sozialstaats-Dämmerung. WILHELM SCHLÖTTERER: Wahn und Willkür. CHRISTIAN NÜRNBERGER: Dies Land ist dein Land – hol es dir zurück. FRIEDHELM SCHWARZ: In meinem Haus wohnen lauter Irre! ROMAN MARIA KOIDL: Blender. JAN M. PISKORSKI: Die Verjagten. MARTIN MITTELMEIER: Adorno in Neapel

Man kennt sie von den Nachrichten des ZDF: Marietta Slomka führt mit Berichten, Fakten und politischen Analysen durch das Tagesgeschehen. In »Kanzler, Krise, Kapital – Wie Politik funktioniert« wirft sie nun einen Blick auf das große Ganze und hinter die Kulissen der Macht.

Wer schon immer wissen wollte, wie es zu den Entwicklungen, Ereignissen und Resultaten kommen konnte, von denen das »heute-journal« allabendlich berichtet, ist nach der Lektüre dieses Buches um einiges klüger.

Kanzler, Krise, Kapital

Kanzler, Krise, Kapital

Marietta Slomka
Kanzler, Krise, Kapital
Wie Politik funktioniert
ORIGINALAUSGABE
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10077-6
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformationen: C. Bertelsmann

Als Frontfrau des ZDF für Nachrichten und politische Analyse bietet Marietta Slomka verlässliche Orientierung durch die tagespolitische Komplexität. In ihrem neuen Buch erklärt sie, wie das Räderwerk der Politik eigentlich funktioniert. Ausgehend von konkreten Fragestellungen (etwa »Frauen in der Politik«) wirft sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht (»Ein Tag als Bundeskanzlerin«), übersetzt Insidervokabeln, fragt, wofür Parteien gut sind oder wie man Politiker wird. Sie blickt nach Europa, erinnert an Butterberge und Milchseen, konfrontiert Europafans mit Kritikern des »Brüsseler Wasserkopfs«. Sie verdeutlicht, welche Aufgaben der Weltgemeinschaft auf den Nägeln brennen und wie auch in der politischen Auseinandersetzung das globale Große (»Krisenherde der Erde«) mit dem menschlich Kleinen (»Auf den Hund gekommen«) doch untrennbar verknüpft ist.

Entstanden ist ein spannend zu lesendes Handbuch für Bürger, die wissen wollen, was das Abenteuer Politik ist und warum jeder daran teilhaben kann.

Weitere lesenswerte Sachbücher zu einer Vielzahl unterschiedlicher Themen finden nachfolgend:

Jürgen Borchert
Sozialstaats-Dämmerung
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 248 Seiten, 10,4 x 17,0 cm
ISBN: 978-3-570-50160-3
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Riemann

Ausgerechnet die Solidarsysteme produzieren Ungerechtigkeit und Not anstatt davor zu schützen.

Ob Familienlastenausgleich, Kindergeld, beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung oder „Fördern und Fordern“ bei Hartz IV – was der Staat als wohlwollende Gaben verpackt, ist nichts als Wortgeklingel, sagt Jürgen Borchert. Der renommierte Sozialexperte zeigt anhand harter Fakten, wie Familien vom Staat übers Ohr gehauen werden, warum Hartz IV infam, das Steuersystem zutiefst ungerecht und das bedingungslose Grundeinkommen unsozial ist. Und ausgerechnet die sogenannten Solidarsysteme bewirken eine Umverteilung von unten nach oben und produzieren Ungerechtigkeit und Not anstatt davor zu schützen.

Jürgen Borchert, geboren 1949, ist einer der profiliertesten Sozialexperten des Landes und Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht. Seit über 30 Jahren ist er als (parteiloser) Berater in Fragen der Sozial- und Familienpolitik für parlamentarische Ausschüsse, in Kommissionen, für Verbände, die Hessische Landesregierung sowie vor dem Bundesverfassungsgericht wissenschaftlich tätig und war der Architekt der Verfassungsbeschwerden, die 1992 zum „Trümmerfrauenurteil“ und 2001 zum „Pflegeurteil“ des Bundesverfassungsgerichts führten. 2008 lieferte er mit seinem Senat die Vorlage zur verfassungsrechtlichen Überprüfung der Hartz-IV-Regelsätze.

Wilhelm Schlötterer
Wahn und Willkür
Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt
ORIGINALAUSGABE
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-20047-0
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Wilhelm Schlötter über »Wahn und Willkür«
Eine gnadenlose Abrechnung mit der bayerischen Politelite

Das dubiose Millionenvermögen von Franz-Josef Strauß, der Fall Gustl Mollath, die Schottdorf-Affäre: Wilhelm Schlötterer entlarvt das skrupellose und korrupte Vorgehen bayerischer Spitzenpolitiker. – Eine Lektüre, bei der jedem Demokraten die Haare zu Berge stehen.

Die skrupellosen Machenschaften von Politik und Justiz

Ein Mann, der Schwarzgeldgeschäfte anzeigt, wird in die Psychiatrie gesperrt – der Justizskandal um Gustl Mollath (siehe BuchperlenInfo), der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, ist nur einer von vielen spektakulären Fällen, mit denen Wilhelm Schlötterer sich beschäftigt. Anhand brisanter, teils unveröffentlichter Dokumente charakterisiert er ein System, in dem nicht Recht und Ordnung, sondern Skrupellosigkeit und persönliche Interessen das Handeln bestimmen. – Eine Lektüre, bei der jedem Demokraten die Haare zu Berge stehen.

Als Ministerialrat und zeitweise oberster Steuerfahnder in Bayern hat Wilhelm Schlötterer jahrzehntelang aus nächster Nähe feststellen können, dass die Politik von Strauß und seinen Nachfolgern geprägt ist von Korruption, Mobbing, Strafvereitelung und Begünstigung auf Kosten des Staates. Mit seinem Bestseller »Macht und Missbrauch« hat er eine Lawine losgetreten. Denn in der Folge wurden ihm immer neue brisante Informationen über Missstände zugespielt, die er detailreich mit Fakten belegt. Schlötterer beschreibt unter anderem, wie ein bekannter Gastronom durch gute Beziehungen zur Politik seine Steuerschuld von 100 auf drei Millionen reduzieren konnte, wie Spitzen aus Wirtschaft und Politik beim Flug nach Zürich über vorteilhafte Geldanlagen in der Schweiz diskutierten und wie gut situierte Steuerhinterzieher vor pflichtbewussten Finanzbeamten in Schutz genommen werden.

Wilhelm Schlötterer, geboren 1939 in Regensburg, trat nach der Promotion zum Dr. jur. 1968 in die bayerische Finanzverwaltung ein. Von 1973 bis 1975 war er Vertreter des bayerischen Finanzministeriums an der Landesvertretung in Bonn. Anschließend leitete er im Finanzministerium in München das Referat für Steuerfahndung, Steuerstrafrecht, Steuererlass, Abgabenordnung und Außensteuerrecht und danach weitere Referate. Wilhelm Schlötterer ist inzwischen pensioniert. Er ist seit über 38 Jahren CSU-Mitglied und lebt mit seiner Frau bei München. 2009 erschien sein Bestseller Macht und Missbrauch.

Christian Nürnberger
Dies Land ist dein Land – hol es dir zurück
Warum wir die Politik nicht den Falschen überlassen dürfen
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-453-28051-9
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Ludwig

Unsere Rechte werden von den sogenannten Finanzmärkten beschnitten. Dieses Land gehört nicht mehr dem Volk, sondern den Milliardären dieser Welt, meint der Publizist Christian Nürnberger. Darum ist es an der Zeit, das verlorene Land zurückzuholen. Leidenschaftlich und sehr persönlich erzählt er, wie diese Rückhol-Aktion gelingen kann.

Wir haben das Recht, selbst zu bestimmen, wie wir in Europa leben und arbeiten wollen. Aber dieses Recht wird uns von den sogenannten Finanzmärkten streitig gemacht. Wir wollen, dass jeder von seinem Lohn leben kann. Aber diesen Willen bekommen wir nicht. Wir wollen eine Transaktionssteuer. Wir bekommen sie nicht.

Das wichtigste politische Problem der westlichen Demokratien ist nicht die Schuldenkrise. Auch nicht der Klimawandel oder die Energiewende. Es ist nicht die Demografie oder die mangelnde Integration. Auch die Bildung ist es nicht, nicht das Geschlechterverhältnis und nicht die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Das wichtigste Problem aller Demokratien ist die Demokratie selbst. Sie kommt uns gerade abhanden. Wir müssen sie zurückholen, sonst brauchen wir uns an der Lösung der anderen Probleme gar nicht erst versuchen. Wie das geht? Mit Engagement, zum Beispiel in Parteien. In seinem Buch erklärt Nürnberger auch, warum er beschlossen hat, für den Bundestag zu kandidieren.

Christian Nürnberger, geboren 1951, gelernter Physiklaborant, Studium der Theologie, Philosophie und Pädagogik, Absolvent der Hamburger Henri-Nannen-Schule, war Redakteur bei Frankfurter Rundschau und Capital und Textchef bei hightech. Seit 1990 ist er als Publizist und freier Autor unter anderem für DIE ZEIT und die Süddeutsche Zeitung tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, u.a. Die Machtwirtschaft und den Bestseller Der Erziehungsnotstand (zusammen mit Ehefrau Petra Gerster). Für Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Mainz.

Friedhelm Schwarz
In meinem Haus wohnen lauter Irre!
Wie man sich von nervigen Nachbarn, gierigen Vermietern und kleinkarierten Hausverwaltern nicht unterkriegen lässt
ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-60272-4
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Heyne

In meinem Haus wohnen lauter Irre!
Wohnst du schon oder kämpfst du noch?

Wer kennt das nicht: Ärger mit unerträglichen Hausbewohnern, mit Nachbarn im Heckenkrieg, mit nervigen Hausmeistern und miesen Vermietern. Friedhelm Schwarz erzählt die denkwürdigsten Erlebnisse aus der Welt des Wohnens und verrät zahlreiche psychologische und juristische Tricks, wie man sich in seinem Wohn-Biotop behauptet.

Bevor Friedhelm Schwarz 1994 Buchautor und Ghostwriter wurde, arbeitete er in der Werbung und als Journalist. Nach vierzig Jahren Erfahrung als Mieter in zehn Mietverhältnissen in vier Städten, unzähligen Wohnungsbesichtigungen, immer neuen Gerichtsurteilen zum Mietalltag und nicht zuletzt angesichts eines großen, durch Vermieter und Nachbarn entnervten Freundeskreises ist dieses Buch einfach fällig.

Endlich die Strategien, Rhetorik und Taktik der Schaumschläger durchschauen:

Roman Maria Koidl
Blender
Warum immer die Falschen Erfolg haben
Originaltitel: Blender
Originalverlag: Hoffmann und Campe, Hamburg 2012
Taschenbuch, Broschur, 240 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-442-17372-3
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Goldmann

Sie sind schlechter ausgebildet, zeigen seltener soziale Kompetenz und sind längst nicht so engagiert wie ihre Kolleginnen: Blender. Trotzdem verdienen sie mehr, arbeiten weniger und besetzen immer noch fast alle Top-Positionen. Warum?

Bestsellerautor Roman Maria Koidl zeichnet amüsant und treffend das Psychogramm von Schlipswichsern, Bildungsblendern und Intriganten, von Durchstechern und Luftpumpen, die talentierten Frauen in Beruf und Alltag im Weg stehen.

Lesen Sie auch:
Roman Maria Koidl beantwortet Fragen zu seinem Buch »Scheißkerle«, zum Special
Die Website zum Buch: www.scheisskerle.de

Roman Maria Koidl wurde 1967 geboren. Er arbeitet als Publizist, war Dozent für Kommunikation und Wissenstransfer, ist Inhaber der Traditionsmarke MOST Schokolade und betreibt in Berlin die gemeinnützige Kunsthalle Koidl. Neben zahlreichen Publikationen und vier Büchern zu wirtschaftlichen Themen veröffentlichte er den Bestseller Scheißkerle. Roman Maria Koidl lebt in Zürich.

Jan M. Piskorski
Die Verjagten
Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts
Originaltitel:  WYGNANCY Migracje przymusowe i uchodzcy w dwudziestowiecznej Europie WYGNANCY. Migracje przymusowe i uchodzcy w dwudziestowiecznej Europie
Originalverlag: PIW
Aus dem Polnischen von Peter Oliver Loew
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 432 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0025-0
€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 35,50* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Siedler

Das Verjagtwerden wurde im Europa des 20. Jahrhunderts zu einer Massenerfahrung und zu einem Drama, das bis heute in vielen Familien nachwirkt. Abermillionen von Vertriebenen, Flüchtlingen und Entwurzelten wurden von der Geschichte überrollt. Ein längst überfälliges Buch, das nicht aufrechnet, sondern aufklärt.

Das Drama des Jahrhunderts – Flucht, Deportation, Heimatverlust

Ob aus ökonomischen, religiösen oder politischen Gründen – das Verjagtwerden wurde im Europa des 20. Jahrhunderts zu einer Massenerfahrung.

Das 20. Jahrhundert wird auch als Zeitalter der Vertreibungen bezeichnet. Durch Europa strömten bereits um den Ersten Weltkrieg Wellen von Menschen, die vor ethnischen Verfolgungen flohen. Am Ende des Jahrhunderts wurden Zwangsmigrationen vor allem durch den Zusammenbruch des kommunistischen Systems ausgelöst. Piskorski legt mit seinem preisgekrönten und auf breiter Quellen- und Literaturbasis geschriebenen Buch die erste europäische Geschichte des Zeitalters der Vertreibungen vor. Er spricht vom Exodus der Serben 1915, von den sowjetischen Deportationen der 1930er– und 1940er-Jahre, den Vertreibungen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, von der Evakuierung von Kindern aus dem von Bombenangriffen bedrohten London, von der Flucht der Italiener aus Istrien nach dem Krieg und schließlich vom Zerfall Jugoslawiens am Ende des 20. Jahrhunderts. Ein leidenschaftliches, mahnendes, mitunter auch provokantes Buch, das man nicht unberührt aus der Hand legt.

Jan M. Piskorski, geboren 1956, ist einer der profiliertesten polnischen Historiker. Er ist Professor für Vergleichende Geschichte Europas an der Universität Stettin. Gastprofessuren führten ihn u.a. nach Mainz, Halle (Saale) und Osnabrück. Als Essayist schreibt er für zahlreiche polnische und ausländische Zeitungen und Zeitschriften. Mit seiner Streitschrift »Vertreibung und deutsch-polnische Geschichte« (2007) trug er eine wesentliche Stimme zur Debatte um das Zentrum gegen Vertreibung in Berlin bei.

Martin Mittelmeier
Adorno in Neapel
Wie sich eine Sehnsuchtslandschaft in Philosophie verwandelt
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit zahlr. Abb.
ISBN: 978-3-8275-0031-1
€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 32,90* (* empf. VK-Preis)
Verlagsinformation: Siedler

Wie Adorno auf dem Vesuv seine Philosophie fand

Bizarre Tuffsteingebilde, buntes Menschengewimmel, Meer und Hafen, ein eigentümliches Aquarium – all das nimmt Adorno 1925 auf seiner Reise nach Capri, Positano und Neapel in sich auf und verwandelt es in eines der erfolgreichsten und folgenreichsten Werke der jüngeren Philosophiegeschichte. So hat man von Philosophie noch nicht gelesen, schon gar nicht von der Adornos.

In den 1920er Jahren wird der Golf von Neapel von einer Vielzahl illustrer Gäste bevölkert. Unter den Revolutionären, Künstlern und Sinnsuchern sind auch vier Geistesarbeiter, die sich allesamt an sensiblen Momenten ihrer intellektuellen Biographie befinden: Benjamin, Adorno, Kracauer und Sohn-Rethel. Die Spektakel des Golfes machen, auf ganz unterschiedliche Weise, in ihrem Denken Epoche. Der jüngste unter ihnen, Theodor W. Adorno, verwandelt Neapel auf eigenwilligste Art und Weise: Er macht daraus eine Theorie, in deren Zentrum eine Katastrophe steht, von der diese Sehnsuchtslandschaft noch nichts wissen kann.

»Adorno in Neapel«, das ist eine Einladung, den berühmten, aber auch als Theorie-Ikone entschärften Adorno gänzlich neu zu entdecken. Seiner so hermetisch, streng und schwer scheinenden Philosophie wird der Ort zurückgegeben, von dem sie herkommt: vom orientalisch anmutenden Alltagsspektakel, vom lockeren Tuffstein, vom Rauschen des Wassers an den Sirenenfelsen, aber auch vom düsteren, vorweltlichen Positano und den unheimlichen Wassermonstern aus dem berühmten Neapolitaner Aquarium.

Martin Mittelmeier, geboren 1971, zählt zu den profiliertesten Lektoren für zeitgenössische Literatur in Deutschland. Nach elf Jahren beim Luchterhand Verlag in München leitet er seit 2012 das Programm des Eichborn Verlags in Köln. Der promovierte Komparatist hat mehrere eigene Arbeiten zur Philologie und Philosophie veröffentlicht, unter anderem gab er »Ungeschriebene Werke. Wozu Goethe, Flaubert, Jandl und all die anderen nicht gekommen sind« (München 2006) heraus; zuletzt erschien ein (gemeinsam mit Philipp Felsch) kommentierter Briefwechsel Adornos mit seinen Lesern (in Kultur & Gespenster, 2012).

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