Mein Sohn ist ein Spießer, Ihrer auch?: Die Leiden eines Vaters von Christian Koester. “Papa, wie läufst du denn rum?!”

Mein Sohn ist ein Spießer, Ihrer auch?: Die Leiden eines Vaters
Christian Koester
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlagsinformation: Ullstein Taschenbuch (9. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548374816
ISBN-13: 978-3548374819

Mein Sohn ist ein Spießer, Ihrer auch?

Mein Sohn ist ein Spießer, Ihrer auch?

5 von 6 Buchperlen. Die Leiden eines Vaters? Wie wahr!

„Papa, wie läufst du denn rum?!“

Max möchte um keinen Preis den Papstbesuch in Berlin verpassen. Und ihm gefällt gar nicht, dass seine Lehrerin in wilder Ehe lebt. Der Zwölfjährige hat sehr genaue Wertvorstellungen und ist genervt von der fürchterlich grünen Einstellung seines Vaters. Der beobachtet amüsiert wie sein konservativer Sohn gegen die Werte der Eltern rebelliert: Toleranz, Weltoffenheit, Nachhaltigkeit.

Max dagegen strebt nach Sicherheit, Abgrenzung und einem Burberry-Schal

Wunderbar unterhaltsam lässt uns Christian Koester an seinem Leben mit Max teilhaben und spricht all jenen aus der Seele, denen ihre Kinder auch ein Rätsel sind.

Leseprobe

… Kurz vor den Winterferien teilt Max erst Laura und dann mir mit, dass er von seinem bisherigen eher liberalen Gymnasium auf eine katholische Schule wechseln will. Wir schmunzeln und halten diese Idee für eine vorübergehende Laune – wie so vieles, was Max in letzter Zeit vorhat oder ankündigt.
Wir nehmen ihn auch noch nicht ernst, als er uns die katholischen Schulen präsentiert, die er bereits im Internet gefunden hat.
Wir schlagen ihm eine Stadtteilschule vor, die auch als fortschrittlich und modern gilt und einen sehr guten Ruf hat.
Doch er besteht darauf, dass wir ihn an einem katholischen Gymnasium anmelden sollen. Als ich versuche, ihn davon abzubringen, sagt er in einem ziemlich strengen Ton: »Papa, das ist mein Leben.«
Mit diesem Satz kriegt er mich immer, denn er trifft einen Wert, der mir sehr wichtig ist: Selbstbestimmung. Aber wie viel Selbstbestimmung kann und will ich meinem Sohn zubilligen? Kann er überhaupt einschätzen, was das für sein Leben bedeutet? Weiß er, worauf er sich da einlässt? Ich tue das, was ich oft tue, wenn ich erst mal nicht weiterweiß, ich stelle Fragen: »Warum, um Himmels willen, möchtest du unbedingt auf eine katholische Schule?«

Christian Koester, 44, lebt mit seinen beiden Söhnen in Hamburg und arbeitet als freier Journalist.

Buchperlen-Info: ULLSTEIN BUCHVERLAGE im August 2013

Literatur-Recherche: Vater-Sohn-Beziehungen

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