Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht von Edgar Reitz. Aufbruch ins Ungewisse: Die Heimatsaga geht weiter – Schabbach auf dem Weg nach Brasilien. 6 von 6 Buchperlen!

Es gehört zur Natur des Menschen, aufzubrechen, die Heimat zu verlassen, ihr den Rücken zu kehren und das Glück in der Ferne zu suchen. Zu allen Zeiten sind die Menschen in Scharen aufgebrochen, sind einer inneren Stimme gefolgt, die ihnen das Glück in der Ferne versprach. (…) Immer hat die schöpferische Kraft uns aus der Heimat weggelockt, hat die Besten unter den Jungen zu Nestflüchter gemacht. (Edgar Reitz über Heimat)

Aufbruch ins Ungewisse: Die Heimatsaga geht weiter
Schabbach auf dem Weg nach Brasilien

Edgar Reitz
Die andere Heimat 1843/44
Chronik einer Sehnsucht
Das Buch der Bilder
240 Seiten, 174 Abbildungen in Novatone und Farbe
ISBN 978-3-8296-0661-5
€ 49.80, € (A) 51.20, CHF 66.90
Schirmer / Mosel Verlag

Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht

Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht

Der Film spielt im Hunsrück, im (fiktiven) Dorf Schabbach

– aber im Jahre 1840, dem Jahr, in dem ein Teil der Jugend des Dorfes beschließt, nach Brasilien auszuwandern. Die Deutschlandpremiere des Films wird in Simmern, Hunsrück, am 28. September 2013 sein. Danach startet der Film in Deutschland, Frankreich und auf dem Filmfestival in Toronto.
Kinostart bundesweit am 3.10. 2013

Chronik einer Sehnsucht

Edgar Reitz (geb. 1932), einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Nachkriegs-Generation hat seinen international gefeierten „Heimat“-Zyklus jetzt um einen neuen Kinofilm erweitert: „Die andere Heimat 1843/44“, eine vierstündige, bildgewaltige Leinwand-Erzählung spielt um die Mitte des 19. Jahrhunderts im Hunsrück. Der Film, ein homerisches Epos, wird am 3. Oktober in die deutschen Kinos kommen.

Das Buch zum neuen Heimat-Epos erzählt auf 240 Seiten und in 174 Filmbildern die bewegende Geschichte der Familie Simon im fiktiven Dorf Schabbach, deren Alltag durch die aufflammende Auswanderungswelle nach Brasilien und die damit verbundenen Sehnsüchte und Sorgen mehr als durcheinandergewirbelt wird. Für Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht vergeben wir 6 von 6 Buchperlen. 

Der Band enthält neben einem Text von Edgar Reitz ein Vorwort von Michael Krüger, vielfach ausgezeichneter Münchner Schriftsteller und Verleger. Der Film, aus dem die Dialoge und Bildlegenden stammen, wurde nach einem Drehbuch von Edgar Reitz und Gert Heidenreich realisiert.

Der Bildband „Die andere Heimat: Chronik einer Sehnsucht“, der wie der gleichnamige Film mit gewaltiger visueller Dichte und Schönheit aufwartet, ist dem unerschöpflichen Thema Heimat und der Frage „Weggehen oder Bleiben?“ gewidmet. Dieses Werk ist ein Stück deutscher Geschichte – kurzum ein Buch nicht nur für Film- und Historienfans, sondern für alle, die sich von starken Bildern und einer guten Geschichte begeistern lassen.

wikipediainfo: Edgar Reitz (* 1. November 1932 in Morbach, Hunsrück) ist ein deutscher Autor und Filmregisseur und ehemaliger Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Leben und Werk von Edgar Reitz

Sein Vater Robert Reitz war ein Uhrmacher, dessen Geschäft in Morbach Reitz‘ Bruder Guido später übernahm. Schon während seiner Schulzeit am späteren Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern begann Reitz, angeleitet durch seinen Deutschlehrer Karl Windhäuser, mit dem Schauspiel und der Inszenierung von Theaterstücken. Er studierte nach dem Abitur 1952 Germanistik, Publizistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in München.

Frühes Schaffen von Edgar Reitz

Erste Erfahrungen mit dem Medium Film machte er nicht theoretisch, sondern als Kamera-, Schnitt- und Produktionsassistent ab 1953. Ebenfalls 1953 betrieb Reitz eine eigene Studiobühne. Im selben Jahr entwickelte er für die Internationale Verkehrsausstellung in München ein Simultan-Projektionsverfahren für 120 bewegliche Leinwände.

Im Jahr 1962 wurde er Leiter Experiment und Entwicklung bei der Firma Insel-Film. Gemeinsam mit Alexander Kluge gründete er 1963 das mit der Hochschule für Gestaltung Ulm verbundene „Institut für Filmgestaltung“. Dort lehrte er Regie und Kameratheorie bis zur Schließung der HfG 1968. Reitz beteiligte sich mit der Gruppe um Kluge am Oberhausener Manifest von 1962 auf den dortigen Kurzfilmtagen. Die versammelten Jungfilmer forderten damit nicht weniger als ein neues Kino: „Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen.“ Das Motto „Papas Kino ist tot“ war der Titel jener Pressekonferenz. Fortan wurde auch in Deutschland das Konzept des Autorenfilms populär, der in den Folgejahren wesentlich durch Edgar Reitz mitgeprägt wurde.

Eine seiner ersten Auszeichnungen erhielt Reitz 1967 für seinen Spielfilm Mahlzeiten auf dem Festival in Venedig, wo dieser als das beste Erstlingswerk prämiert wurde. 1971 gründete er in München die Edgar Reitz-Filmproduktion (ERF). Die universitäre Zusammenarbeit mit Kluge setzte Reitz nun auch mit gemeinsamen Autorenfilmen fort, darunter die fiktive Dokumentation von 1974: In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod.

Die Filmreihe Heimat von Edgar Reitz

Der aufwändig produzierte Film Der Schneider von Ulm (1978), der den sozialen Absturz des Ulmer Flugpioniers Berblinger nacherzählt, wurde auch für Reitz zur finanziellen Bruchlandung. In dieser Krise entstand die Idee für ein Filmprojekt über seine Heimat, den Hunsrück. Was sich anfangs wie ein Selbstfindungsversuch ausnahm und 1981 zunächst zu einem später als Prolog dienenden zweistündigen Dokumentarfilm über den Hunsrück führte, weitete sich schließlich zur fast 60 Stunden umfassenden Filmreihe Heimat aus, die sowohl bei den Zuschauern sehr erfolgreich war als auch mit Kritikerlob und Preisen überhäuft wurde. Die Hauptteile der als Trilogie angelegten Reihe erschienen 1984, 1992 sowie 2004. Sie wurde 2006 mit einem Epilog vollendet. Reitz gelang mit diesem Langzeit- und Monumentalprojekt eine ganz neue Sichtweise, nämlich eine poetische wie realistische Annäherung an die deutsche Vergangenheit, wie sie sich in der Provinz abgespielt haben könnte.

Ab 2011 arbeitete Edgar Reitz an einem Spielfilm, der eine Fortsetzung der Trilogie darstellt und die Epoche des Vormärz anhand der Auswandererwelle aus dem Hunsrück nach Brasilien Mitte des 19. Jahrhunderts thematisiert. Die Dreharbeiten der deutsch-französische Koproduktion dauerten vom 17. April bis 10. August 2012. Der knapp vierstündige Film kam am 3. Oktober 2013 unter dem Titel Die andere Heimat in die Kinos.

Weiteres Schaffen von Edgar Reitz

In den 1970/80er Jahren publizierte Reitz zahlreiche Bücher und Artikel über Filmtheorie und Filmästhetik, darüber hinaus auch Erzählungen, Essays, Lyrik und literarische Fassungen seiner Filme.

1995 gründete Edgar Reitz erneut ein Filminstitut mit, diesmal das „Europäische Institut des Kinofilms (EIKK)“ in Karlsruhe, und wurde im selben Jahr auch zum Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe berufen. Später wurde er der Vorsitzende des Beirats des EIKK, in dem Kollegen vertreten sind wie Theo Angelopoulos, Alain Tanner, Jean-Luc Godard, István Szabó.

2005 zog sich sein langjähriger Freund und Teilhaber Robert Busch aus der Firma Edgar Reitz-Filmproduktion (ERF) zurück. Seither betreibt Reitz mit seinem Sohn, Christian Reitz, die Firma Reitz & Reitz-Medien GbR mit Sitz im München. Sein bisher letztes fertiggestelltes Projekt ist Ortswechsel, ein Stummfilm mit Live-Orchesterbegleitung. Der Film wurde am 20. Oktober 2007 bei den Musiktagen in Donaueschingen uraufgeführt. 2009 erschien eine digitalisierte Fassung seiner früheren Werke als DVD-Ausgabe (Edgar Reitz – Frühwerk).

Literatur
Werke (Auszug) von Edgar Reitz

Heimat. Eine Chronik in Bildern. Bucher, München 1985, ISBN 3-7658-0487-8.
mit Peter Steinbach: Heimat. Eine deutsche Chronik. Dreh- und Lesebuch mit allen 658 Szenen. Greno, Nördlingen 1988, ISBN 3-921568-20-X.
Drehort Heimat. Arbeitsnotizen und Zukunftsentwürfe. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-88661-272-4.
Die Heimat-Trilogie. Rolf Heyne Collection, 2004, ISBN 3-89910-240-1.
Heimat 3. Chronik einer Zeitenwende. München 2004, ISBN 3-8135-0248-1.
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Sekundärliteratur von Edgar Reitz

Constantin-Film (Hrsg.): Der junge deutsche Film. Dokumentation zu einer Ausstellung der Constantin-Film, München 1967.
Reinhold Rauh: Edgar Reitz. Film als Heimat. Heyne Filmbibliothek, München 1993, ISBN 3-453-06911-0.
Werner Barg: Erzählkino und Autorenfilm. Zur Theorie und Praxis filmischen Erzählens bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. Fink, München 1996, ISBN 3-7705-3001-2.
Marion Dollner: Sehnsucht nach Selbstentbindung. Die unendliche Odyssee des mobilgemachten Helden Paul im Film „Heimat“. Mit einem Interview mit Edgar Reitz. Röhrig Universitätsverlag, Mannheim 2005, ISBN 3-86110-384-2.
Matteo Galli: Edgar Reitz. Il Castoro Cinema, Mailand 2006, ISBN 88-8033-386-0.

Die Heimat (Trilogie) von Edgar Reitz
Spielfilm-Zyklus in 30 Teilen 1982 – 2004: Gesamtlänge 52 Stunden, 8 Minuten, Kino: 24B/S
Geschichten aus den Hunsrückdörfern, Dokumentarfilm, 1980, 120 Min., Prolog zur Heimat-Trilogie

Heimat – Eine deutsche Chronik (1984)

1. Fernweh (1919-1928), 119 Min.
2. Die Mitte der Welt (1929–1933), 93 Min.
3. Weihnacht wie noch nie (1935), 58 Min.
4. Reichshöhenstraße (1938), 58 Min.
5. Auf und davon und zurück (1938–1939), 58 Min.
6. Heimatfront (1943), 58 Min.
7. Die Liebe der Soldaten (1944), 59 Min.
8. Der Amerikaner (1945–1947), 102 Min.
9. Hermännchen (1955–1956), 138 Min.
10. Die stolzen Jahre (1967–1969), 82 Min.
11. Das Fest der Lebenden und der Toten (1982), 100 Min.

Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend (1992)

12. Die Zeit der ersten Lieder (1960), 120 Min.
13. Zwei fremde Augen (1960–1961), 115 Min.
14. Eifersucht und Stolz (1961), 116 Min.
15. Ansgars Tod (1961–1962), 100 Min.
16. Das Spiel mit der Freiheit (1962), 119 Min.
17. Kennedys Kinder (1963), 108 Min.
18. Weihnachtswölfe (1963), 110 Min.
19. Die Hochzeit (1964), 120 Min.
20. Die ewige Tochter (1965), 118 Min.
21. Das Ende der Zukunft (1966), 132 Min.
22. Zeit des Schweigens (1967–1968), 120 Min.
23. Die Zeit der vielen Worte (1968–1969), 121 Min.
24. Kunst oder Leben (1970), 133 Min.

Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende (2004)

25. Das glücklichste Volk der Welt (1989), 106 Min.
26. Die Weltmeister (1990), 100 Min.
27. Die Russen kommen (1992–1993), 125 Min.
28. Allen geht’s gut (1995), 132 Min.
29. Die Erben (1997), 103 Min.
30. Abschied von Schabbach (1999–2000), 105 Min.

Heimat-Fragmente – Die Frauen (2006), 146 Min., Epilog zur Heimat-Trilogie
Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht, Spielfilm, 2012 abgedreht

DVDs

„Der Schneider von Ulm“, 2011.
„Stunde Null“, 2011.
„Edgar Reitz – Frühwerk“ (7 DVDs), 2009.
„Drehort Heimat – Chronik einer deutschen Jahrhundert-Saga“ (3 DVDs), 2007.
„Heimat Trilogie“ (16 DVD-Box), 2006 / (18 DVD-Box), 2010.
„Heimat 1 – Eine deutsche Chronik“ (5 DVDs), 2004.
„Heimat 2 – Chronik einer Jugend“ (7 DVDs), 2004.
„Heimat 3 – Chronik einer Zeitwende“ (3 DVDs), 2004.
Filme & TV: Edgar Reitz Heimat kaufen

Weblinks: offizielle Internetpräsenz von Edgar Reitz
Private Webseite zur Film-Tetralogie von Edgar Reitz
www.heimat123.de: Umfangreiche Seite zu Edgar Reitz‘ Lebenswerk mit ausführlicher Bio- und Filmographie
www.heimat-fanpage.de: Portal zu Reitz und seinen Filmen
Offizielle Internetseite zum Film

Buchperlen Filmtipp

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht. Bundesweiter Kinostart am 03. Oktober 2013

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