Aller Tage Morgen. Ein historischer Roman von Tomas Herzberger. Am Anbeginn der Geschichte Deutschlands …

Aller Tage Morgen
Historischer Roman von Tomas Herzberger

Aller Tage Morgen

Aller Tage Morgen

Am Anbeginn der Geschichte Deutschlands

Die römische Armee erobert Germanien. Armin und Finn, Söhne eines mächtigen Fürsten, werden als Geiseln nach Rom verschleppt. Als Soldaten ausgebildet und in der Schlacht zu tapferen Kriegern gereift, trennen sich ihre Wege. Armin kehrt in seine Heimat zurück, um zwischen seinen germanischen Landsleuten und dem neuen, ambitionierten römischen Statthalter Varus zu vermitteln.

Als die Herrschaft Roms immer grausamer wird, muss Armin sich endgültig für eine Seite entscheiden. Aber er kann die Römer nur angreifen, wenn er Varus und seine eigenen Ideale verrät – und gegen seinen eigenen Bruder kämpft.

„Aller Tage Morgen“ ist der Debütroman des Jungautors Tomas Herzberger. Der historische Roman ist demnächst als eBook bei den gängigen Online-Bücherein als Download verfügbar.

Buchperlen-Leseempfehlung: Aller Tage Morgen von Tomas Herzberger ist für uns eine interessante Neuerscheinung im Bereich Historische Romane. Wir sind auf den Download zum Weiterlesen gespannt …

Leseprobe
Prolog

1. August 12 v. Chr.

Alle seine Tribune und Legaten hatte ihm abgeraten, sogar der Anführer seiner Leibgarde hatte ihn beschworen, seine Entscheidung zu überdenken. Die Pioniere und eine kleine Vorhut sollten zuerst die Landungsstelle sichern, überall könnten die Feinde lauern. Er würde eine hervorragende Zielscheibe abgeben. Aber Nero Claudius Drusus war von seiner Idee nicht abzubringen gewesen. Kein gemeiner Soldat, sondern er selbst sollte der Erste sein, der seinen Fuß auf feindlichen Boden setzt. Er würde in einem Atemzug mit Gaius Iulius Cäsar genannt werden, der vor fünfzig Jahren diese Tat ebenfalls vollbracht hat. Das war ein Moment für die Annalen, und er würde als Vorbild für seine Soldaten furchtlos vorangehen.

Was er im Moment viel mehr fürchtete als ein Attentat, war das leichte Schwanken des Bootes. Vom Ufer aus hatte der Rhenus noch friedlich ausgesehen. Aber nun, da eine leichte Brise aufgekommen war, begann das Boot zu schaukeln. Bedrohlich stark. Drusus nahm einen tiefen Atemzug, um seinen brodelnden Magen zu beruhigen. Ein kotzender Heerführer wäre nicht sehr eindrucksvoll. Ob das der Grund dafür war, dass Iulius Cäsar eine Brücke über den Fluss hatte bauen lassen? Zweimal hatte er den Rhenus überquert, beide Male war der Grund die Vergeltung an germanischen Stämmen, die gallische Dörfer geplündert hatten. Es war diesen Barbaren vor fünf Jahren sogar gelungen, eine römische Legion zu besiegen. Allerdings war das mehr der Dummheit des Feldherren Marcus Lollius als dem Geschick der Germanen geschuldet. Nichtsdestotrotz würde er diese schmachvolle Niederlage nun endlich rächen.

Mehr als das: Drusus hatte sich vorgenommen, endlich für Ruhe und Stabilität zwischen der römischem Provinz Gallien und den germanischen Stämmen auf der anderen Seite des Rhenus zu sorgen. Das war noch keinem Römer vor ihm gelungen, auch nicht Cäsar. Die römischen Feldherren hatten sich bislang darauf beschränkt auf die andere Seite des Flusses überzusetzen, ein paar Dörfer in Brand zu setzen und die Macht Roms zu demonstrieren. Nach wenigen Wochen waren sie wieder zurück in Gallien und hatten nichts erreicht, außer den germanischen Hass auf die Römer noch weiter zu schüren. Sie hatten nichts erreicht. Aber das würde sich mit ihm am heutigen Tag ändern. Drusus ging nach Germanien, um dort zu bleiben.

Eine kleine Welle brachte das Boot erneut ins Wanken und riss Drusus aus seinen Gedanken. Eine Schande, dass Cäsar die Brücken wieder hatte abreißen lassen. Er dankte den Göttern, dass er nicht in der Marine diente. Augen zu und durch! Drusus fixierte das gegenüberliegende Ufer, atmete erneut tief ein und stärkte seinen Griff um die Reling des Bootes. Mit ihm sollten mehrere Dutzend seiner besten Offiziere und dem Kommandanten seiner Leibgarde die Ehre zuteilwerden, als Erste auf germanischem Boden zu landen. Nervös blickten auch sie auf ihre geplante Landungsstelle. Und Drusus war nicht der einzige, der bleich geworden war. Immerhin etwas. Nur noch wenige Augenblicke, und diese Tortur würde vorüber sein.

Das Boot landete mit Schwung auf dem flachen, kiesigen Ufer. Froh, endlich festen Boden unter die Füße zu bekommen, schwang sich Drusus über die Reling. Er war der erste Römer, der an dieser Stelle seinen Fuß auf feindliches Territorium setzte! Diese Ehre würde ihm niemand mehr nehmen können! Vom Aquilifier, einem seiner besten Soldaten, der einen Wolfspelz um Kopf und Schultern trug, ließ er sich den Legionsadler reichen. Das prächtige Symbol römischer Macht thronte schwer auf einem Stab, war aus purem Gold und hatte Jupiters Blitze in seinen Fängen. Er glänzte in der hellen Sonne. Drusus ging einige Schritte das Ufer hinauf. Der Landungsplatz war nicht ideal, es war nicht viel Platz. Nach ein paar Schritte flacher Wiese begann eine dicht bewaldete Hügelkette, rechts davon ein steiler, hoher Fels. Zu schmal für Tausende von Soldaten, die übersetzen sollten. Zumindest für ein robustes Vorauskommando und einen Brückenkopf sollte es reichen. Die Pioniere würden noch genug Zeit haben, einen besseren Landungsplatz in der Nähe zu finden oder diesen hier auszubauen. Drusus sah sich nach einer Erhöhung um und fand einen großen Felsen. Perfekt.

Lange war Drusus nicht mehr derart aufgeregt gewesen. Er liebte solche Momente. Ihr Leben lang würden seine Soldaten davon ihren Kindern und Enkeln erzählen, wie ihr Feldherr, Nero Claudius Drusus, das Ende der germanischen Stämme einläutete. So lässig, wie es ihm seine Ehrenrüstung und sein purpurner Umhang erlaubten, kletterte Drusus auf den Fels und sah zurück auf das gegenüberliegende Ufer. Dort standen die fünfzehntausend Soldaten seiner Legionen. Das Wetter war perfekt. Die Sonne reflektierte auf den blankpolierten Rüstungen und Waffen seiner Männer und blendete ihn. Alle schauten auf ihn. Drusus genoss jede Sekunde. Er hob den Legionsadler soweit er konnte in die Höhe.

„Quo fas et gloria ducunt!1“, rief er seinen Männern entgegen.
Dann rammte er den Adler in den Boden. Frenetisch schlugen die Römer ihre Schwerter auf die Schilde und feierten ihren Heerführer. Ein ohrenbetäubender Lärm.
Den beiden Männern, die das ganze Spektakel von dem hohen Felsen am Rande des Landungsplatzes beobachtet hatten, stand der Mund offen. Der Aufmarsch der Legionen in perfekter Ordnung war bereits ein eindrucksvoller Anblick, aber das rhythmische Getöse, das sie verursachten, war atemberaubend. Erwin musste beinahe schreien, um sich verständlich zu machen.
„Das muss man den Römern lassen: Sie haben ein Talent für den großen Auftritt.“ Hartwig winkte gelassen ab.
„Sollen Sie nur. In den Wäldern wird man sie nicht schreien hören.“
1 Wohin Ruhm und Ehre uns führen.

Weblinks

Aller Tage Morgen von TomasHerzberger
facebook.com/allertagemorgen

Aller Tage Morgen Trailer

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