David Bowie back to Berlin: Super-Ausstellung gibt einen Einblick in das Leben und Werk der britischen Musiklegende

David Bowie (* 8. Januar 1947 in London, bürgerlich David Robert Jones) ist ein britischer Musiker, Sänger, Produzent, Schauspieler und Maler. Bowie gilt als einer der einflussreichsten Popkünstler der jüngeren Musikgeschichte. Er hat weltweit über 140 Millionen Tonträger verkauft.

Von 1976 bis 1978 bewohnte Bowie eine Siebenzimmer-Altbauwohnung in der Hauptstraße 155 im West-Berliner Bezirk Schöneberg. In späteren Interviews, unter anderem bei einer Reportage des deutsch-französischen Fernsehsenders ARTE, bezeichnete er West-Berlin auch als damalige „Welthauptstadt des Heroins“.

In den Berliner Hansa-Studios wurde das mit Brian Eno und Tony Visconti eingespielte Album Low aufgenommen, das den ersten Teil der sogenannten Berlin-Trilogie darstellt. Bowie war von deutschen Bands wie Kraftwerk, Cluster, Can oder Neu!, aber auch von Steve Reich beeinflusst. Eigentlich waren die Alben als Experiment geplant, bei denen es nicht um Verkaufszahlen gehen sollte. Trotzdem war die ausgekoppelte Single Sound and Vision ein großer Hit, der in Deutschland bis auf Platz 6 stieg, in England erreichte er sogar Platz 3.

Während die erste Seite (LP) von Low eher aus Songfragmenten besteht denn aus ausformulierten Liedern, überrascht die zweite Seite damit, dass sie fast ausschließlich Instrumentalstücke enthält, wie auch der Nachfolger Heroes, der wenige Monate später ebenfalls in Berlin aufgenommen wurde.

Das Album Heroes enthält mit dem gleichnamigen Titelstück eines der bekanntesten Lieder Bowies, das mehrsprachig in Französisch/Englisch und Deutsch/Englisch aufgenommen wurde. Der Text handelt von zwei Liebenden, die sich an einer Mauer küssen. Bowie verarbeitete in dem Song sowohl eigene Beobachtungen, die er in Berlin gemacht hatte, als auch Eindrücke des Expressionismus der 1920er Jahre (hier das Gemälde von Otto Mueller Liebespaar zwischen Gartenmauern von 1916).

Mit Iggy Pop, der mit Bowie nach Berlin kam und im selben Haus eine Nachbarwohnung bezog, nahm Bowie in Berlin die Alben The Idiot und Lust for Life auf, deren Musik größtenteils von ihm geschrieben wurde. Zudem ging er als Keyboarder mit Iggy Pop auf Tournee. In den Berliner Jahren drehte er auch den Film Schöner Gigolo, armer Gigolo, ein eher unbekanntes Werk der Filmgeschichte – es war Marlene Dietrichs letzter Film.

1978 ging Bowie wieder auf Tournee und nahm unter anderem das Kindermärchen Peter und der Wolf mit dem Philadelphia Orchestra auf. Im selben Jahr wurde das Live-Album Stage veröffentlicht und Bowie zog in die Schweiz.

Bowie und Eno nahmen 1979 ihr drittes so genanntes Berliner Album Lodger im Mountain Studio nahe Bowies damaliger Residenz in Montreux auf. Es wurde in New York gemixt und lieferte mit den Singles Boys Keep Swinging und DJ kleinere Erfolge in den Charts, besonders in England.

Das neue Jahrzehnt begann für Bowie nach der Scheidung von Angela Barnett und dem alleinigen Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn mit seinem Broadway-Debüt in dem Stück The Elephant Man, in dem er als Schauspieler von Kritikern gelobt wurde. 1980 hatte er mit dem Album Scary Monsters, dem bis 2002 letzten von Tony Visconti produzierten Album, und dessen Singleauskopplung Ashes to Ashes Erfolg.

1981 war er in einem Cameo-Auftritt in dem Film Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo bei einem Konzert in der Deutschlandhalle zu sehen. Der Soundtrack besteht ausschließlich aus Bowie-Liedern, einschließlich des Titelsongs Heroes. Mit Queen nahm er 1981 den Song Under Pressure auf. Der Song entstand in einer sechsstündigen Session und wurde Nummer 1 in Großbritannien.

1982 spielte Bowie neben Catherine Deneuve und Susan Sarandon in dem Film Begierde von Tony Scott mit und es erschien das zweite Best-of-Album ChangesTwoBowie.

David Bowie wird als einer der einflussreichsten Künstler – und bis Anfang der 1980er Jahre auch Vorreiter – seiner Zeit im Bereich zeitgenössischer populärer Musik angesehen. Dies ist auf seine über Jahrzehnte gegebene Schaffenskraft mit großer musikalischer Bandbreite (Rock mit Ziggy Stardust und Diamond Dogs, Jazz-Stilelementen mit Aladdin Sane, Soul mit Young Americans und Black Tie, White Noise, elektronisch konzertant mit Low – wie Heroes sinfonisch vertont durch Philip Glass – und 1. Outside) zurückzuführen. Quelle: wikipedia

Diskografie / Solowerke

David Bowie (1967)
David Bowie (Space Oddity) (1969)
The Man Who Sold the World (1970)
Hunky Dory (1971)
The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (1972)
Aladdin Sane (1973)
Pin Ups (1973)
Diamond Dogs (1974)
Young Americans (1975)
Station to Station (1976)
Low (1977)

Heroes

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Lodger (1979)
Scary Monsters (and Super Creeps) (1980)
Rare (1982)
Let’s Dance (1983)
Tonight (1984)
Never Let Me Down (1987)
Black Tie White Noise (1993)
The Buddha of Suburbia (1993)
Outside (1995)
Earthling (1997)
Hours… (1999)
Heathen (2002)
Reality (2003)

The Next Day

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Gropius-Bau, bis 10. August, täglich 10–20 Uhr. Der Katalog (Knesebeck Verlag) kostet 34 Euro.

Pressestimmen

In einer Zeit, in der es Musikvideos noch nicht gab, wollte er mehr zeigen als eine Figur in Jeans und T-Shirt. Das Kunstwerk David Bowie stand nie allein für seine Songs, sondern auch für „Style“. Süddeutsche.de – ‎vor 2 Stunden

David Bowie – Von goldenen Jahren und Helden für einen Tag. Die erfolgreiche Multimedia-Show „David Bowie“ kommt nach Berlin: Vom 20. Mai bis 10. August sind im Martin-Gropius-Bau mehr als 300 Exponat zu sehen. Berliner Morgenpost – ‎vor 2 Stunden

dpa-starline. David Bowie zurück in Berlin: Eine spektakuläre Ausstellung gibt jetzt umfassend Einblick in das Leben und Werk der britischen Musiklegende. STERN.DE – ‎19.05.2014‎

David-Bowie-Ausstellung : Für ihn war Berlin „die Welthauptstadt des Heroins“. FOCUS Online – ‎vor 20 Stunden

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnete im Martin-Gropius-Bau die lang ersehnte David-Bowie-Ausstellung, die schon im Londoner Victoria and Albert Museum 300.000 Besucher angezogen hatte. Musikmarkt – ‎vor 21 Stunden‎

David Bowie – das Chamäleon der Musikwelt, der im Laufe seiner Karriere viele Identitäten annahm und sich immer wieder neu erfand. BILD – ‎20.05.2014‎

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Best Of (UK Edition)

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David Bowie in Berlin
zwischen Expressionismus und Nachtleben

Multimediale Ausstellung über die Pop- und Stilikone David Bowie kommt an die Spree
bis 10. August 2014 im Martin-Gropius-Bau

Vom 20. Mai bis 10. August 2014 ist die internationale Ausstellung David Bowie im Martin- Gropius-Bau der Berliner Festspiele zu sehen. Mit der vom Victoria and Albert Museum, London (V&A) kuratierten Ausstellung kehrt der Mythos des Ausnahmekünstlers Bowie zurück in die Stadt, in der er Ende der 70er Jahre Musikgeschichte schrieb. Das geteilte Berlin des Kalten Krieges – in den 70er Jahren Fluchtpunkt für Aussteiger, Künstler, Querdenker und Wehrdienstverweigerer – wurde für Bowie zum Zufluchtsort und zur stetig sprudelnden Inspirationsquelle. Von 1976 bis 1978 lebte er in der noch immer vom Krieg gezeichneten Stadt; es wurden sehr produktive Jahre, in denen die drei Alben der so genannten „Berlin Trilogy“ entstanden: Low, “Heroes“ (beide 1977) und Lodger (1979).

Die Ausstellung

Die multimedial inszenierte Ausstellung über den Ausnahmekünstler ist ein besonderes Erlebnis, in dessen Zentrum die Vielseitigkeit von David Bowies Werk und das enge Wechselspiel zwischen den verschiedenen Disziplinen und Ausdrucksformen stehen. Den Kuratoren des Victoria and Albert Museum, London, Victoria Broackes und Geoffrey Marsh, wurde erstmals Zugang zum privaten David Bowie Archive gewährt. Sie wählten rund 300 Objekte aus, die nun in Berlin zu sehen sind: handschriftliche Texte, Originalkostüme, Fotografien, Filme und Musikvideos, Set-Designs sowie Bowies Musikinstrumente, Album-Cover und persönliche Sammlungsstücke. Die Exponate belegen die visionäre Kraft eines der einflussreichsten Künstler der jüngeren Musikgeschichte. Sie zeigen, wie Bowie spielerisch Grenzen zwischen Traum, Realität, Genre und Gender überwindet. Den progressiven Geist Bowies spiegelt die Ausstellung durch eine umfassende, audiovisuelle Inszenierung wider, die Bild und Ton zu einem besonderen Erlebnis verschmelzen lässt.

Die Ausstellung David Bowie zeichnet umfassend die Karriere des Ausnahmekünstlers nach – vom frühen künstlerischen Werdegang des jungen Londoners David Robert Jones bis zum Weltstar Bowie. Die Exponate umfassen 60 Bühnenkostüme, darunter die von Freddie Burretti entworfenen Ziggy Stardust Overalls (1972), Kansai Yamamotos extravagante Entwürfe für die Aladdin Sane Tour (1973) und der Union-Jack-Mantel, den Bowie gemeinsam mit Alexander McQueen für das Plattencover von Earthling (1997) entwarf. Zu den Objekten zählen außerdem Fotografien von Brian Duffy, Terry O’Neill, Masayoshi Sukita, Helmut Newton, Herb Ritts und John Rowlands, Plattencover von Guy Peellaert und Edward Bell, Ausschnitte aus Filmen und Livekonzerten, darunter The Man Who Fell to Earth (1976) und Saturday Night Live (1979), Musikvideos von Songs wie Boys Keep Swinging (1979) und Let’s Dance (1983) sowie die Bühnenausstattung für die Diamond Dogs Tour (1974). Aus Bowies persönlichem Besitz sind unveröffentlichte Storyboards, handschriftliche Set-Listen und Songtexte, Wortcollagen sowie Zeichnungen, Noten und Tagebucheinträge ausgestellt.

David Bowie in Berlin

Die Berliner Etappe zählt aufgrund der engen Verbundenheit Bowies mit der Stadt zu den Höhepunkten der internationalen Ausstellungstournee. Die Gegenwart der 70er Jahre mit ihrer Subkultur inspirierten ihn ebenso wie die reiche kulturelle Vergangenheit der Stadt. Für die Berliner Etappe hat der Veranstalter, die internationale Kommunikationsagentur Avantgarde, die Berlin-Sektion der Ausstellung erweitert. Sarah Zimmermann, verantwortliche Projektleiterin der Ausstellung, erläutert die Idee, die Berlin-Sektion inhaltlich weiterzuentwickeln: „Für uns gab es keinen Zweifel: die Ausstellung David Bowie gehört nach Berlin. Damit war uns auch sofort klar, dass wir Bowies Schaffensphase in der Mauerstadt stärker in der Ausstellung beleuchten möchten.

Seine Inspirationsquellen, Menschen, denen er begegnete, und Orte, die ihn beeinflussten, stehen im Fokus.“ Rund 60 neue Exponate fügen sich in den bereits bestehenden Berlin-Teil ein und ergänzen diesen, setzen aber auch eigene, neue Akzente. Recherchen wurden betrieben, Archive und Nachlässe gesichtet und Zusammenhänge erschlossen – stets in enger Zusammenarbeit mit dem V&A und dem David Bowie Archive. Die neu ausgewählten Exponate, von denen viele in Berlin erstmals öffentlich gezeigt werden, illustrieren David Bowies künstlerische Entwicklung in diesen Berliner Jahren: Skizzen zu Plattencovern, Zeichnungen und Gemälde von David Bowie, Songtexte und teils private und bisher ungezeigte Fotografien.

Eine starke Anziehungskraft auf David Bowie hatten der deutsche Expressionismus und insbesondere die Brücke-Künstler. Bowie war oft Besucher im Brücke Museum in Dahlem. Avantgarde freut sich, mit dem Ölbild Roquairol (1917) und dem Farbholzschnitt Männerbildnis (1919) des Expressionisten Erich Heckel zwei Meilensteine für Bowies Verknüpfung expressionistischer Ausdrucksformen mit seinem eigenen künstlerischen Schaffen in Berlin zeigen zu können. Die Pose des Roquairol beeinflusste das Cover von Iggy Pops The Idiot (1977, produziert und Cover fotografiert von David Bowie), während das Männerbildnis Inspiration für das Cover von “Heroes“ (ebenfalls 1977) war.

Eine große Fotocollage zu Bowies Berlin der 70er Jahre mit ebenfalls zum Teil bisher ungezeigtem Bildmaterial zeigt den Besuchern die Verbindung zwischen den fast 40 Jahre zurückliegenden Ereignissen und dem heutigen Berlin. Orte und Personen werden vorgestellt, die für Bowie damals bedeutsam waren. Darunter die Hauptstraße 155 in Schöneberg, die Hansa Studios („The Hall by the Wall“), Clubs wie der Dschungel, das Chez Romy Haag oder das SO 36, in denen Bowie und die internationale Bohème am eigenen Mythos wie auch dem des Berliner Nachtlebens feilten – radikale Persönlichkeitsentwürfe, radikaler Sound, eine neue Art des Feierns. In Berlin drehte Bowie außerdem den Kinofilm Schöner Gigolo, armer Gigolo, den letzten Film mit Marlene Dietrich. In der Erweiterung der Ausstellung werden Briefe aus der Korrespondenz zwischen David Bowie und Marlene Dietrich gezeigt, die bis heute noch nie öffentlich zu sehen waren. Der Briefwechsel stammt aus dem Jahr 1978, als beide für den Film vor der Kamera standen. Quelle: bpar.de

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